Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1438634
Einleitung. 
rechten Platz zu stellen verstand. Der Kammerpräsident Neu- 
burger, der Finanzbeamte Wilhelms, wurde gleich anfangs ent- 
lassen. Schon im Jahre 1605 war die Schuld "auf 860,000 fl. 
herabgesunken. Die reichen Erträge der von Maximilian an- 
gelegten Solenleitung in Reichenhall, die jährlich ca. 400,000 H. 
abwarf, hatten dazu nicht wenig beigetragen. 
Woran so mancher verzweifelt wäre, das gelang ihm in 
verhältnismäßig kurzer Zeit, und zwar nicht durch eine über- 
triebene Sparsamkeit, die ihn die höheren Interessen der Mensch- 
heit vernachlässigen liefs, sondern durch rastlosen Fleifs, äufserste- 
Gewissenhaftigkeit und den Ernst des Willens. 
Maximilian war im Jahre 1573 in München geboren und 
zeigte schon früh die bedeutenden Gaben seines Geistes. Mit 
sieben Iahren erhielt er einen Lehrer Peträus, der ihn in streng 
katholischem Glauben erzog. Als eine gute Seite dieses Mannes 
mag hervorgehoben werden, dafs er bei dem Herzoge um Milde- 
rung der von den Jesuiten abgefafsten landesfürstlichen Er- 
ziehungsinstruktion einkam, in der unter anderem zu lesen ist: 
„Obg1eich bisher in den christlichen Schulen der gelehrten Hei- 
den und Ungläubigen als Ciceros, Salusts, Livius,Virgils, Terenz, 
Horaz und vieler ander Bücher und Schriften nicht allein nicht 
geschrieben, sondern dafür gehalten worden, dafs man eben nur 
aus diesen Autoren und anders nicht zierlich gut Latein lernen. 
könnte, so ist doch unleugbar, dal's es zu jetziger unserer Zeit. 
an christlichen, tapferen Autoren nicht mangle, welche bemeldten 
Allen weder an Zierlichkeit der Sprache noch an hochvernünf- 
tiger künstlicher Traktation nachzusetzen  da hin- 
gegen jene das meiste mit heidnischer Phantasie, Götzen- und 
Buhlwerk, oder doch andern vergebenen Geschwätz und Fabeln 
zubringen und auch nicht Wenig traktieren, was man jetziger- 
Zeit nimmer verstehen oder brauchen kann". 
Maximilian liefs sich durch derartige Maximen auch wenig 
beeinträchtigen und las in Ingolstadt, wo er mit dem nach- 
maligen Kaiser Ferdinand zusammen studierte, fleifsig die Alten. 
Nach Vollendung seiner Studien machte er im Iahre 1593 eine 
Reise nach Italien I), auf der er sich namentlich in Rom auf- 
Angaben 
I) Nähere 
Chr. 
darüber bei 
Haeutle , 
Die 
Wittelsbacher 
Her-
        

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