Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1438609
Einleitung. 
35 
Im 3. Quartal des Jahres 1608 stirbt er. Außer der von uns 
angewandten Namenschreibung kommen die Formen: Wernnle, 
Werndl, Wörl, Wörnndl vielfach vor. Neben ihm wird einige 
Male ein Maler David Werle genannt, von dem das Schleifs- 
heimer Depot ein Bild besitzt, das eine starke Beeinflussung 
der Weise des Candid verrät. 
Vielfach findet sich mit einzelnen Posten der schon unter 
Albrecht thätige Hans Thonauer genannt, der seine Haupt- 
thätigkeit im Antiquarium entwickelte und 1596 starb. Auch 
der schon genannte Engelhart de Pee kommt noch häuiig, zu- 
mal als Porträtmaler vor. 
Von dem Maler Hans von Aachen, der in München haupt- 
sächlich im Porträtfache thätig war, ist in den Rechnungen nur 
selten die Rede. Die Malerrechnung erwähnt ihn nur einmal, 
indem er Umbra empfängt „zu 2 contrafeten". In den Hof- 
zahlamtsrechnungen fanden wir nur eine Notiz vom Jahre 1596, 
nach der er 150 H. „für gemachte arbeit" erhält. 
Der angesehenste Plastiker Münchens war damals Hubert 
"Gerhard, von dem wir zum ersten Male aus dem Jahre 1584 in 
einer Rechnung vom Jahre 1590 hören, in der es heifst: „Hueb- 
recht Gerhardt pildtstreicher in anno EU, auf die pildnus Christi 
am creutz vnd beede schecher zum vmbgang Corporis Christi 
-empfangen, er aber ain mehreres verdient zu haben vermaint 
laut seiner vnderschribnen recognition H. 40". Die Rechnungen 
führen ihn als Bildhauer, Bildstreicher, Bilderformierer, Stucka- 
teur, einmal als niederländischen Stuckateur. Er empfängt 
keine reguläre Besoldung, wird zwar in der Liste vom Jahre 
1594 mit 100 H. genannt, verläfst aber nach dem ersten Quar- 
tale des folgenden Jahres den Hof und kommt nicht weiter in 
den Rechnungen vor. 
Neben ihm iinden wir seit 1585 den Bildhauer Carlo Pel- 
lagio mit verschiedenen höheren Summen. Die Malerrechnung 
nennt ihn Stuckateur. Originell ist die Rechnungsnotiz vom 
Jahre 1588: „Caroln Pelagi bildthawern, so sich von jetzt an 
scultorn nennt". Sein Name kommt, wie der des Ponzony, in 
den eigentümlichsten Formen vor: Pelago, Pelagio, Pallago, 
Pollagio, Beglagio u. a. m. Er starb vor Ende des Jahres 1604, 
da. in demselben von seiner XVitwe die Rede ist.
        

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