Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1438551
Einleitung. 
Kirche errichten, und mit dem gröfsten Eifer fuhr er fort, an 
der von Albrecht begonnenen Erweiterungder Residenz zu 
bauen. Wir werden des näheren auf diese Arbeiten später 
eingehen, da unser Meister vielfach bei denselben thätig ge- 
wesen ist. Wilhelm begnügte sich nicht mit der Residenz- 
erweiterung, sondern liefs sich, um ungestört und zurückgezogen 
leben zu können, in der Nähe des Kollegialgebäudes die ge- 
nannte Wilhelminische Feste erbauen, die mit jenem durch 
einen Gang verbunden wurde. Den Namen Maxburg empüng 
dieselbe später nach Max Philipp, dem zweiten Sohne des Kur- 
fürsten Maximilian I. Dieselbe, ein Werk des Hofbaumeisters 
Wendel Dietrich, wurde, wie Haeutle nachgewiesen hat, im 
Jahre 1593 begonnen und 1597 nach Einweihung der Kapelle, 
in der sich ein Altarbild des Hans von Aachen befand I), be- 
zogen. Im Osten des Schlosses befand sich eine grofse Grotte, 
in der zwei Kartheuser, ein Priester und ein Laienbrudei" 
wohnten, „vnd ist", berichtet Hainhofer, „a.lle dise grotta zu- 
samengemacht als Wie mann inn den gemahlen vnd kupfer- 
stuckhen die patres vnd Eremitas abconterfett sihet". Bedeu- 
tender war die Einsiedelei in Schleifsheim, die später zu be- 
sprechen sein wird. 
Grofs ist die Zahl angesehener Künstler, welche neben 
unserem Meister und dem schon unter Albrecht thätigen 
Schwarz am Hofe Wilhelms wirkten. Nur ganz kurz wollen 
wir uns an dieser Stelle über die einzelnen auslassen, weder 
über ihre künstlerischen Eigentümlichkeiten uns ergehen, wozu 
wvir später Gelegenheit haben werden, noch Bilder ihres Lebens- 
und Entwicklungsganges zu zeichnen versuchen, sondern nur 
die wichtigsten Daten, die wir den Rechnungen entnommen 
haben, anführen, da wir auf diese Weise Vergleichspunkte ge- 
winnen, um die Stellung, welche Candid unter den Künstlern 
einnahm, zu beurteilen.  
Unsere Hauptquelle sind die schon erwähnten Hofzahlamts- 
rechnungen, auf deren Bedeutung für Forschungen auf admini- 
strativem und historisch-statistischem Gebiete, sowie für bio- 
I) Vergl. 
Hainhofer
        

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