Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1438479
Einleitung. 
kirche hat. Ursprünglich gehörte das Bild der Franziskaner- 
kirche an, in der es noch BianconiÜ sah. 
Seine Kunstrichtung wurde durch den in München immer 
weiter um sich greifenden Geist Italiens verdrängt, schon die 
nächste Generation der Maler scheint ihn ganz vergessen zu 
haben, denn es finden sich keine Spuren irgend einer Nachfolge. 
Nur die Goldschmiedekunst, für die er eine bedeutende Zahl 
von Entwürfen geschaffen hat, bewahrte seine Weise und ehrte 
sein so rühmliches Andenken. 
Ganz von ihm verschieden ist Christoph Schwarz, der viel- 
mehr in seinen Werken auf die künftige Richtung der Münche- 
ner Kunst hinweist. Auch von seinem Lebensgange ist wenig 
bekannt. Wahrscheinlich ist er in Ingolstadt geboren. Das 
gewöhnlich angegebene Iahr seiner Geburt 1550 ist wohl ver- 
kehrt, denn 1560 kommt er in Papieren der Münchener Maler- 
zunft als Geselle des Melchior Bocksberger vorß) Später ging 
er nach Italien, wo er sich wahrscheinlich am längsten in Ve- 
nedig aufhielt und die Schule des Tintoretto genofs, mit dem 
er die Tiefe der Farbengebung aber auch die häufige Zerrissen- 
heit der Komposition gemein hat; auch Veronese scheint einen 
bedeutenden Eintlufs auf ihn ausgeübt zu haben, was am deut- 
lichsten in einer Handzeichnung 3): Die Anbetung der heiligen 
drei Könige, zu erkennen ist. 1576 wird er in der Malerzunft 
Münchens genannt, in deren Buche es einmal heifst: „Christoph 
Schwartz ist Pattran iber alle Maller zu Ditzlandt." Ob der 
1568 in den Rechnungen i) mit einem Posten von 135 fl. "wegen 
Arbeit" angeführte Schwarz mit Christoph Schwarz identisch 
ist, läfst sich nicht mit Bestimmtheit angeben. Leider ist von 
den Werken, die besonders von ihm gerühmt wurden, den 
Fassadenmalereien in München nichts mehr erhalten, doch sind 
uns noch immer viele Werke bewahrt (in München, Augsburg, 
Landshut und Bamberg), aus denen wir seine Kunstweise kennen 
lernen können, und die uns, wenn auch nicht zu dem Lobe zu 
1) Vergl. Brief 3 vom 4. November 1762. 
2) Nagler, Künstlerlexikon. 
3) Im K. Kupferstich- und Handzeichnungslqabinet 
4) Bei Westenrieder, Beiträge. 
München. 
ZU
        

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