Volltext: Peter Candid

Einleitung. 
die Malerei. Die Ornamentikx) feiert hier wahre Triumphe und 
findet in Deutschland nur in den reizvollen F uggerschen Bade- 
zimmern in Augsburg und in einzelnen Teilen der Münchener 
Residenz ihresgleichen. Als Maler waren hier hauptsächlich 
thätig: Friedrich Sustris, Christoph Schwarz, Hans Thonauer 
und Engelhardt de Pee. 
Unter den Künstlern, die wir am Hofe Albrechts thätig 
linden, ragen zwei hervor, die auf die ganze Kunstentwicklung 
Münchens einen bedeutenden Einflufs ausgeübt haben und zu 
den ersten damals in Deutschland lebenden Malern gehörten: 
Hans Müelich und Christoph Schwarz- 
Von den Lebensverhältnissen des ersteren ist nur wenig 
bekannt. Die Grabinschrift sagt, dafs er im Jahre 1573 im Alter 
von 57 Iahren gestorben sei, so dafs mithin sein Geburtsjahr in 
das Jahr 1516 fällt. 2) Er ging jung nach Regensburg, wo er 
ein Schüler Altdorfers und vielleicht auch Ostendorfers 3) war, 
und später nach Italien. 
Er War ein Meister, berufen der deutschen Renaissance in 
München Eingang zu verschaffen, in allen seinen Werken spricht 
sich klar das Streben aus. Das zeigen schon seine Porträte 
(München, Schleifsheim), in denen er auf dem Gebiete der Tafel- 
malerei seinen eigentlichen Schwerpunkt iindet, aber mehr noch 
seine Miniaturen und seine Entwürfe für kunstgewerbliche Ar- 
beiten. Von hervorragender Bedeutung sind die Illustrationen 
zu den Bufspsalmen des Orlando de Lasso4), die lange ver- 
gessen, in der Mitte des achtzehnten Iahrhunderts in einer 
eisernen Kiste unter anderen Handschriften aufgefunden und 
zuerst durch den Marchese Bianconis), der sich im jahre 1760 
in München aufhielt, gewürdigt wurden. Was dem Werke seinen 
I) Rnd. Gehring, Ornamentale Malereien vom K. Schlafs Trausnitz, Ijg der 
Natur und in Originalgröfse. 
2) Diese Daten tinden sich bei Zimmermann, Hanns Müelich und Herzog 
Albrecht V. von Bayern, wo zugleich der Beweis für die Richtigkeit derselben 
erbracht wird. 
3) Katalog der Gemäldesammlung der Kgl. älteren Pinakothek in München 
1884. unter Müelich und Max Zimmermann a. a. O. 
4) In der Hof- und Staatsbibliothek zu München. Cim. 206. 
5) Vergl. den dritten Brief vom 4. November 1762.
	        
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