Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1438430
Einleitung. 
weyers stehet ein runder Saal genant dass rundel, auf disem 
der Pegasus, ist ain Metallin {liegend pferd. Innwendig inn 
der cupula vnd an die Wände sein von Piet-ro Candido die 
g Musae vnd rondesckhenweiss mit Musicalischen Instrumentis 
gemahlet." 
An eine Übertragung der Werke aus dem einen Garten 
in den anderen, die in jener Zeit vielfach stattfand, ist deshalb 
nicht zu denken, da im einzelnen die Schilderungen nicht 
stimmen, sondern die Ähnlichkeit nur eine allgemeine ist. Ge- 
rade diese Abweichungen in der Schilderung der Bavaria, in 
der Angabe der Ap0ll- und Musendarstellungen und ebenso 
der Bildnisse an den Wänden des Saalbaues, die bei Wening 
gemalt, bei Nagler hingegen in Nischen stehende Büsten sind, 
bestärken uns in unserer Ansicht. Vielleicht sind diese letzteren 
auch nur verwechselt mit den noch von I-lainhofer im südlichen 
Garten genannten „inn rundelen" stehenden „Antichische(n) 
Brustbilderm)". 
Dazu kommt noch, dafs Nagler ferner angiebt, Maximilian 
habe Statuen und Büsten aus dem von ihm beschriebenen Garten 
bei der Anlage des nördlichen Hofgartens im Iahre 1616 zum 
Schmucke der Arkaden benutzt. Nun ist aber, wie Hainhofers 
Beschreibung des östlichen Gartens zeigt, schon im jahre 1611 
von plastischem Schmucke in diesem Garten garnicht die Rede, 
sondern derselbe stellt sich als ein echter Küchengarten dar, 
„darinnen vil gueter alter baum vnd länder zur Kuchenspeiss 
vnd kräutelwerckh", während es andererseits fest steht, dafs 
verschiedene Werke aus dem südlichen Residenzgarten, wie die 
Bavaria, die Gruppe des Neptun und der Amphitrite mit dem 
Delphin, und die Gruppe des Bären mit dem Hunde I) nach dem 
nördlichen Hofgarten kamen. 
Es erscheint uns deshalb unzweifelhaft, dal's Nagler oder 
seine Quelle, von der Existenz des südlichen Hofgartens nichts 
wissend, eine ungenaue Schilderung desselben mit einer Be- 
schreibung der Albertinischen Anlage zu einem Phantasiebilde 
verband.  
Zwei Werke zeigen uns, wie heimisch sich in dieser Periode 
I) Vergl. 
Mich. 
XVening
        

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