Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1440689
XII. 
Candids 
Entwürfe 
etc. 
Ausstattung 
malerischen 
243 
schliefst er, "dasz auff zinn nit besz wer, aber ist ain grosser 
vnkosten vnd grosse schwer". 
In einem nicht datierten Briefe I) teilt Kager dem Raderus 
mit, dafs man sich für Leinwand entschieden habe: 
„Erstlichen desz Herrn guedachten auss was materij die 
gemel mechten gemalt werden verstanden weillen die iillingen 
ser grosz vnd von holz solliches vnmiglehen zu behamlen, sein 
wir entschlossen auff tuech zu mallen, dem nachlassen der 
diecher waisz ich schon ferdl. (förderlich) dein selben zu be- 
gegnen. Im neuen bau zu München werdensz mit der zeidt 
erfaren, wasz holz vir dickh in sy hadt (für Tücke in sich 
hat)."2) 
In einem anderen vom 24. April ohne Jahresangabe datierten 
Briefe fragt Kager den Raderus wegen der Portalfiguren um 
Rat und legt dem Schreiben eine flüchtige Aufzeichnung eines 
Portals bei: „Disz mein schreiben ist weillen mier die edlen 
Bauherrn beuolchen, ich solle 4 bild auff 2 bortall sötzen, weillen 
wir aber die gantze infenzion zu dem sall geben, so wer vns 
lieb dasz Sy vns dar mit wenig worden andeideten, wasz uier 
die bilder vnd wasz sy mechten in den henden halten sollen, 
gebrauchen kunden, damits aber E. Ew. die sach bösser versten, 
so hab ich hierund edwasz verzaichnet". Es folgen dann die 
Erläuterungen zu der Skizze. 
Das Baumeisterbuch des Jahres 1620, in dem die Zahlung 
an Candid stattfand, fehlt, dagegen haben sich die folgenden 
Jahrgänge erhalten, die einige Mitteilungen über die Aus- 
führung der Malereien machen. 
Im Jahre 1621 heifst es: "Matthias Kager stattmaler soll 
vnns adj; I. Augusti so ime auf verdingte arbait i7nd malergeld 
laut vorigen buchs uf rechnung vorein bezalt werden 2500 H." 
In demselben Jahre bekommt er noch 1482 H. 29 Xr. „malgeld 
wegen des sals vnd sonsten". Im August des folgenden Jahres 
müssen die Deckengemälde schon angebracht worden sein, denn 
I) Cod. Bav. 1612 fol. 209. 
2) Die Prophezeiung Kagers ist nicht in Erfüllung gegangen; vielmehr 
haben sich alle Holztafelrf, auch die grofsen aus dem Kaisersaale der Residenz, 
vorzüglich erhalten, während die auf Leinwand gemalten Bilder des goldenen 
Saales mehrere Risse zeigen. 
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