Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1440614
236 
Teil. 
Zweiter 
XII. 
Candids Entwürfe zur malerischen Ausstattung 
des Rathauses von Augsburg. 
Candids Thätigkeit blieb nicht auf München beschränkt. 
Die grofsartige Ausstattung, welche er dem Residenzgebäude 
gegeben hatte, lockte zur Nachahmung und so erhielt er im 
Jahre 1619 den Auftrag, die Gemälde zu entwerfen, Welche 
die Decke und die Wände des sogenannten Goldenen Saales 
in dem von Elias Holl erbauten Rathause von Augsburg 
schmücken sollten. Vorbild dieser Saalanlage war allem An- 
schein nach der Kaisersaal der Münchener Residenz. 
In das aus braunem Holze bestehende, mit vergoldetem 
Holzornament reich besetzte Rahmenwerk der Decke sind in 
der Mitte ein gröfseres, an den Seiten abgerundetes Langbild, 
seitlich davon je ein Rundbild, um das sich in diagonaler Lage 
vier ovale Bilder gruppieren, und zwischen den einzelnen Dar- 
stellungen kleine Ornamentenfelder eingelassen. Die Wände 
sind al fresco bemalt und zeigen an den Langseiten zwischen 
den Fenstern gemalte Nischen mit acht heidnischen Kaisern 
an der einen und acht christlichen Kaisern an der anderen 
Seite, während unter den Fenstern weltliche und biblische 
Darstellungen erscheinen. Der untere Teil der Wände ist 
mit häfslichen, wahrscheinlich aus späterer Zeit stammenden, 
grau in grau gehaltenen Ornamenten bedeckt. In den Durch- 
brechungen der gemalten Fenstergiebel stehen Putten, welche 
hängende Guirlanden tragen. Über den beiden hohen Mittel- 
portalen der Langseiten, auf deren Giebeln allegorische Frauen- 
gestalten sitzen, sind Inschrifttafeln und ein Gemälde Rotten- 
hammers: Die vier Flufsgottheiten Augsburgs, angebracht. 
Das Mittelbild der Decke stellt den Triumphzug der Weis- 
heit dar, die mit einem Zepter in der Rechten und einem Buche, 
das die Aufschrift: Sapientia trägt, in der Linken auf einem 
hohen Thronwagen sitzt, den eine Reihe Gelehrter zieht, wäh- 
rend daneben mehrere Frauengestalten schreiten, welche Tugen- 
den darstellen, und eine Schar von Kriegern folgt. Auf der 
Lehne ihres Thrones ruht ein Adler, links und rechts schweben 
Engel mit Spruchbändern, auf denen die Worte: "Per me reges
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.