Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1438411
Einleitung. 
worden sein. Verschiedene Gründe veranlassen uns jedoch, die 
Existenz derselben überhaupt zu bezweifeln. Der Saalbau mit 
den Gemälden existierte zwar, Hainhoferl) beschreibt ihn und 
bemerkt, dafs Albrecht V. "sich vil inn disem lusthauss re- 
creirt" habe. Derselbe wurde nicht, wie Haeutle in der Residenz- 
geschichte angiebt, im Iahre 1615 bei dem Bau des neuen Zeug- 
hauses, zu dem er in gar keiner Beziehung stand, zerstört, son- 
dern bestand noch zu Wenings Zeiten, der ihn in seiner bild- 
lichen und beschreibenden Darstellung angiebt. Bei Beschrei- 
bung der Arkaden, die den nördlichen, unter Maximilian an- 
gelegten Hofgarten umschliefsen, sagt er: 
„Nachdem man nun dise letzte Statuam desz auff drey 
Harpyen mit Pfeil schiessenden Herculis besehen, steiget man 
5 steinene 5 Schuech braite Staffel in die Höhe zu einer wunder 
schoenen rothen Marmelsteinenen Porten" und diese führt in 
den betreffenden Saalbau, dessen Decke „in 13 Theilen vnd eben 
so viel künstlichen Gremählen, so die Götter der alten Heyden 
vnder denen Jupiter auff einen Adler das Mittel behauptet, 
vorbilden", geschmückt War, während rings herum Brustbilder 
römischer Kaiser gemalt waren. Von dem Iupiter auf dem 
Adler bemerkt Hainhofer in seiner Schilderung, dafs er dem 
Beschauer von jeder Seite her gesehen die Füfse zuwende. 
Der östliche Garten zog sich mithin weit nach Norden hin 
und hatte noch zu Hainhofers Zeiten eine lange Pergula und 
einen gepflasterten Gang, der zu dem erwähnten Lusthause 
hinführte. 
Die übrigen Angaben Naglers erweisen sich bei näherer 
Betrachtung als hinfällig und seine ganze Darstellung als 
Kombination einer Schilderung des uns nicht weiter be- 
kannten östlichen Gartens mit getrübten Reminiscenzen aus 
einer Beschreibung des südlichen Hofgartens. Der übrige 
von ihm angedeutete Schmuck befand sich nämlich nicht im 
Garten Albrechts, sondern in dem am Anfange des siebzehnten 
l) Die Reisen des Augsburgers Philipp Hainhofer nach Eichslädt, München, 
Regensburg und Neuburg in den Iahren IÖII, 1612, 1613, 16r4, 1636. Heraus- 
gegeben und erläutert von Dr. Chr. Haeutle. In der Zeitschrift des historischen 
Vereins für Schwaben und Neuburg. Augsburg 1881.
        

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