Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1440556
230 
Zweiter 
Teil. 
Maussoleum ist keine völlig freie Anlage, sondern die Umklei- 
dung der im Iahre 1438 errichteten Tumba, deren Seiten mit 
viel bewunderten Reliefs geschmückt Waren, die bei Errichtung 
des Denkmals Weggebrochen wurden und deren obere Platte, 
die heut nur durch einzelne Offnungen sichtbar ist, ein fein 
gearbeitetes Hochrelief zeigt, das Kaiser Ludwig im Ornat und 
darunter die Versöhnung Herzogs Albrecht III. mit seinem 
Sohne Ernst, dem Geliebten der unglücklichen Agnes Bernauer, 
darstellt und von einem Meister Hans dem Steinmeifsel herrührt. 
Das Maussoleum wurde, wie wir früherl) des näheren dar- 
gethan haben, von Hans Krumper nach den Entwürfen des 
Candid ausgeführt. 
Auf rechteckigem, profiliertem Untersatze aus rotem Mar- 
mor erhebt sich, von einer Dockenbalustrade umgeben, auf 
dessen Eckpostamenten bronzene Kerzenhalter stehen, über der 
alten Grabplatte das aus schwarzem Marmor hergestellte Mausso- 
leum, das einen reichen Bronzeschmuck trägt. Der Unterbau 
zeigt an den Langseiten je eine mittlere ovale und zwei seit- 
liche schmale und rechteckige Öffnungen, an den Schmalseiten 
je eine ovale Öffnung, durch welche die alte Grabplatte zu 
sehen ist. Die Bronzeornamente zwischen den Öffnungen 2) zeigen 
Totenköpfe, Gebeine, Draperie und Grablampen, die Zwickel 
sind teils mit Rosetten, teils mit Cherubim ausgefüllt. Darüber 
zieht sich um das Ganze ein schmaler Fries mit der aus Bronze 
gebildeten Inschrift: LVDOVICO  QVARTO  IMPERATORI  
AVGVSTO  MAXIMILIANVS  BAV  DVX  SAC 'ROM  IMP  
ELECTOR' IVBENTIB 'ALBERTO  QVINTO 'AVO  GVILEL- 
MO- OVINTO  PARENTE ' POSVIT 'ANNO  SAL  MDCXXII. 
Auf dem breiten Gresimse sitzen an den Ecken je ein Paar 
wappenhaltender Engel. Der Oberbau, der von geringerem 
Umfange ist, steigt anfangs vertikal an und wird von orna- 
mentierten Voluten gestützt, zwischen denen sich anmutige vier- 
im Presbyterio das genugthuendste Denkmal für diesen Kaiser, qui tante tulit. 
Und dieses Denkmal nach dem Winkel des alten Taufsteins verbannen wollen, 
heifst es aus der Kirche verbannen!" 
1) S. 85 E. 
z) Auch in der inneren Wandung. Vergl. Gmelins Publikation des Denk- 
mals in Ortweins Deutscher Renaissance XVIII. Abteilung.
        

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