Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1440541
Der Hochaltar und das Ludwigsmaussoleum in der Frauenkirche zu München. 
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Bewunderung verdient hier die schöne Gestalt des Verkün- 
digungsengels, auf den wir wegen der Ähnlichkeit des Ge- 
sichtes bei Betrachtung des Engels mit dem Weihwasserbecken 
in der Michaelskirche hinwiesenf)  Von grofser Schönheit 
ist auch das ernste, milde Antlitz Gott Vaters in dem oberen 
Rundbilde. Derselbe, in halber Figur sichtbar, hat segnend 
die Arme über die Gruppe unter sich ausgebreitet und den 
Blick auf sie gesenkt. Vor ihm zwei schwebende Engel. Das 
kleine Bildchen mit dem heiligen Geiste und zwei Cherubim 
auf lichtem Grunde zeichnet sich durch die schöne Anordnung 
der Teile aus. 
Die Bilder der Rückwand, mit Ausnahme der Ver0nika- 
tuchtafel verraten deutlich, dafs die Ausführung fremden Hän- 
den überlassen worden ist, und sind auch in ihrer Anlage nicht 
sehr bedeutend. Die Auferstehung Christi zeigt diesen von 
Cherubim umgeben mit der Kreuzesfahne nach oben schweben, 
das darüber befindliche Bild einen von Lichtglanz übergossenen 
Kranz von Cherubim. Die schon angeführte Inschrift ist von 
einem Rahmen umgeben, den zwei an den Seiten stehende Engel 
halten. Eine dekorative Behandlung zeigt die Tafel mit dem 
Veronikatuche, das zwischen Leuchtern, hängenden Räucher- 
becken, Ranken mit Blüten und Draperie, die zu einem Orna- 
ment zusammengesetzt sind, hängt.  Es wäre zu wünschen, 
idafs diese Tafel wie die Bilder der Vorderseite eine ihrem künst- 
lerischen Werte entsprechende Aufstellung erhielten. 
Zwei jahre später fand die Errichtung des Ludwigsmausso- 
leums statt, des einzigen Werkes dieser Periode, das sich un- 
versehrt erhalten hat. Nur sein Standort ist verändert, indem 
man es bei der Restauration aus dem Chore, in dem es um 
einige Stufen erhöht aufgestellt war, um seine eigene Länge 
in den Kirchenraum hineingeschoben hat. z) Das Werk zeigt 
am deutlichsten das Streben Maximilians, den gotischen" Cha- 
rakter der Kirche zu verwischen, denn das von ihm errichtete 
1) S. 109. 
2) Wie verlautet, geht man mit dem Gedanken um, dasselbe ganz an das 
Ende des Kirchenraumes zu' rücken; damit aber würde man ihm seine ganze Be- 
deutung nehmen. Schon Westenrieder meint in seinen "Hundert sonderbar- 
keiten etc. 1824". "Das im Presbyterio errichtete kaiserliche Denkmal ist gerade
        

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