Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1440488
Der 
Münzschrank 
des 
Christoph 
Angermair. 
In seiner Geschichte des Münzkabinets giebt Ignatz Streber 
eine eingehende Beschreibung und Würdigung des berühmten, 
von Christoph Angermair aus Elfenbein geschnitzten Münz- 
schrankes'), von dem Bianconi 2) begeistert schreibt: „Questo in 
ogni senso e il piu bello scrigno ch'io sappia d'aver mai veduto 
in vita mia", und meint: „Wahrscheinlich hat Peter Kandid die 
Zeichnung zu diesem Kunstwerke entworfen und Christoph 
Angermayr, der vielleicht Italien nie sah, hat sie meisterhaft 
ausgeführt". Dieselbe Ansicht wird in einer Beschreibung 
Münchens vom Jahre 18113) ausgesprochen und auch Marggraff 
bemerkt, indem er auf Streber verweist: "Sollte wohl Peter 
Candid auch hiezu die Entwürfe gemacht haben?" 
Bestimmte Nachrichten liegen hierüber nicht vor, doch ver- 
rät das Werk in seiner Anlage wie in seinen Detailformen so 
sehr des Candid Kunstweise, dafs die Annahme Strebers durch- 
aus gerechtfertigt erscheint. Von Angermair wissen wir nur 
wenig. iVeder die Angaben Kuhns in Meyers Allgemeinem 
Künstlerlexikon, noch die sich auf Angermair beziehenden 
Stellen des von K. Th. Heigel in der Kunst-Chronik vom Jahre 
1877 4) publizierten Briefes vermögen die sich aus stilistischen 
Gründen ergebende Annahme, dafs Angermair nur die Aus- 
führung versehen habe, zu entkräften, da sie über das Ver- 
hältnis Angermairs zur Kunst nichts enthalten. Derselbe ist 
in Weilheim geboren und wurde im Jahre 1613 in München 
Meister. In den Hofzahlamtsrechnungen kommt er zuerst im 
Jahre 1623 als "pildthauer" mit einem Jahresgehalte von 400 H. 
vor. Vorher sei er, heifst es in einem Vermerk, durch den Uhr- 
springer bezahlt worden, nach Streber, der sein Leben kurz 
schildert, aus der „propria cassa" des Herzogs. 1625 erhält er 
50 fl. Zulage. Er starb im Jahre 1632 vermutlich an der Pest. 
I) Im Kgl. bayerischen Nationalmuseuln. 
2) Im 3. Briefe.  
3) Münchens Merkwürdigkeiten. München 1811, 
4) Nr. I4: Zur Kunstgeschichte Münchens im I7. 
Gielsche Buchhandlung. 
Jahrhundert.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.