Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1440465
VIII. 
Malereien im 
alten 
Schlosse 
VOII 
Schleifsheim. 
221 
drei Gurtbögen des den Raum überdeckenden Tonnengewölbes 
aufgemalt. 
Von den vier sich an den Mittelraum legenden Räumen 
haben die beiden nach dem neuen Schlosse hinausliegenden ein 
Kreuzgewölbe mit einem Felde in dem Scheitel und je einem 
gröfseren und zwei kleineren Feldern in den Kappen, während 
die beiden anderen Räume mit einem von Stichkappen durch- 
Setzten Tonnengewölbe überspannt sind, das ein Mittel- und 
vier Seitenfelder zeigt. Die Malereien der beiden nördlichen 
Räume sind übertüncht. Dargestellt waren nach dem Kataloge 
in dem erstgenannten Raume: die Natur, die Fruchtbarkeit, die 
Gesundheit, die Reife und der Ackerbau, und in dem anderen: 
die Besänftigung des Gemüts, der Schlaf, der Müssiggang, die 
Freude und der Verstand.  Die entsprechenden südlichen 
Räume zeigen noch heut, der erstere (in der Mitte) die schöne 
Gestalt der Hilaritas, eilendes Mädchen mit Kanne und Schale, 
den Cantus, Jüngling mit Greige und Bogen und einem Vogel 
auf dem Kopfe, den Risus, kurzgewandetes Mädchen, das schalk- 
haft über die rechte Schulter sehend eine Maske vor sich hält, 
den Lusus, Knabe mit einem Balle und einem auf dem Kopfe 
balancierenden Reifen und die Saltatio, tanzendes Mädchen mit 
einem Zirkel auf dem Kopfe, sowie Grottesken in den kleinen 
Feldern; der andere Raum in der Mitte im Rund die Harmonie, 
auf Wolken gelagerte Frauengestalt mit einem Violoncell und 
einer Erdkugel, an den Seiten eine sitzende Harfenspielerin, 
neben der eine Laute liegt, eine tamburinschlagende Tänzerin, 
einen nach vorn schreitenden F lötenspieler und eine gelagerte 
singende Frauengestalt. Diesen Darstellungen fehlen die sonst 
vorkommenden lateinischen Unterschriften. Den Zwickelfeldern 
sind Grottesken aufgemalt. 
An den Kreuzgewölben der nun folgenden Räume befinden 
sich nur ein grofses Nlittelfeld und mehrere kleinere mit Grot- 
tesken bemalte oder mit Stuck verzierte Kappenfelder. Der 
östliche Raum des nördlichen Paares hat wie der daranstofsende 
nördlichste Raum das Gewölbe eingebüfst und eine ilache Decke 
erhalten. Dargestellt-war in dem Mittelfelde der Decke die 
Lieblichkeit; der daranstofsende westliche Raum zeigt noch in 
der Mitte die Mäfsigkeit, eine stehende männliche Gestalt, die
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.