Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1440437
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Zweiter 
Teil. 
VII. 
Das 
Porträt 
der 
Herzogin 
Magdalena. 
Auch auf dem Gebiete der Porträtdarstellung sollen wir 
Candid noch kennen lernen. Wir fanden zwar sChQn in der 
Residenz eine Reihe von seiner Hand herrührender Bildnisse 
und bewunderten zumal in denen des Theatinerganges, wie er 
ein jedes interessant zu behandeln verstand, doch waren die- 
selben mit Ausnahme der Herzöge Wilhelm und Maximilian 
nicht nach dem Leben ausgeführt und auch mehr oder minder 
dem dekorativen Zwecke angepafst. Ein echtes, lebensvolles 
Porträt begrüfsen wir in dem Bildnisse der Herzogin Magda- 
lena in der Gallerie von Schleifsheim, das unter der grofsen 
Zahl der Ahnenbilder durch seinen besonderen Reiz und seine 
Anmut ins Auge fällt, so wie uns das schöne Porträt Albrecht V. 
von Hans Müelich durch seinen Ernst und seine Würde fesselt. 
In Lebensgröfse und in halber Figur sichtbar sitzt in Drei- 
viertelproiilstellung die Herzogin nach links gewandt vor einem 
mit rotem Teppiche bedeckten Tische, auf den sie beide Hände 
gelegt hat. In der Rechten hält sie ein Spitzentuch. Ihr Ge- 
wand aus rotem Sammet ist reich mit silbernen Litzen ver- 
schnürt und mit emailliertem Schmuck besetzt. Das Haupt mit 
dem hochfrisierten Haare wird von einem breiten Spitzenkragen 
umrahmt. Um den Hals hängen an goldenen Ketten Email1e- 
Medaillons, die mit Perlen und Edelsteinen besetzt sind. Ein 
ähnlicher Schmuck ist an die linke Brust geheftet, ein anderer 
in das Haar gesteckt. Der Grund ist dunkel. 
Vorzüglich ist die Auffassung des Ganzen, meisterlich die 
Ausführung der Tracht und der Schmuckteile, bedeutend auch 
die Zeichnung des Gesichtes und der Hände, doch sind diese 
wie jenes in der Ausführung nicht ganz geglückt. So sind die 
Augenlider und die Wangen nicht frei von einer gewissen 
Härte; störend treten an diesen wie an den Händen braune 
Schatten hervor. Wir vermuten, dafs das Bild ungefähr zur 
Zeit der Hochzeit Magdalenens mit dem Pfalzgrafen Wolfgang 
Wilhelm, die am 12. November 1613 stattfand, gemalt wurde, 
da die Herzogin nach derselben München verliefs, um nach 
Düsseldorf überzusiedeln, und da das Aussehen derselben auf
        

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