Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1440416
Teil. 
Zweiter 
lerischen Werte als die im Nationalmuseum sein werden. 
Sie werden zum Teil am Georgi-Ritterfeste zur Ausschmük- 
kung des an den Herkulessaal stofsenden Georgi-Rittersaales 
benutzt. 
Die Teppiche der zweiten Serie, die zum Teil sehr stark 
beschädigt sind, zeigen noch an einzelnen Stellen Spuren der 
Goldfäden, mit denen sie ursprünglich durchwirkt waren. Die 
Teppiche der dritten Serie wurden, wie gesagt, in Flandern ge- 
webt, daher fehlt auf ihnen trotz des Namens des Van der Biest 
das Münchener Kindl. Im ]ahre 1617 bekommt der genannte 
Christoph Zimmermann „wegen machung der cartons zu den 
neuen iiguren" 50 fLI) Wir glauben, dafs damit die Gestalten 
dieser Serie gemeint sind. 
Schon mehr als einmal hatten wir Gelegenheit darauf hin- 
zuweisen, welche Sorgsamkeit und Welchen Fleifs Candid auf 
die Studien zu seinen Werken verwandte, wie er nicht, gleich 
so vielen seiner Zeitgenossen, sich damit begnügte, von Re- 
miniscenzen aus Werken der grofsen Italiener zu leben, sondern 
in echt künstlerischem Sinne sich stets an die Natur wandte 
und sie frisch und lebendig erfafste. Nirgends tritt dies deut- 
licher hervor als in den Teppichdarstellungen, die einen wahren 
Schatz interessanter Naturstudien bergen und schon deshalb 
die gröfste Beachtung verdienen. Feine Beobachtungen zeigen 
namentlich die Monate. So sind in ihrer Haltung und Be- 
wegung die beiden schafscherenden Alten auf dem juni- und 
der Garbenbinder auf dem Augustteppiche äufserst charak- 
teristisch wiedergegeben und das Gesicht des den Most pro- 
bierenden Weinbergsbesitzers auf dem Oktoberteppiche wunder- 
bar dem Leben abgelauscht. Direkt nach der Natur gezeichnet, 
möchte man meinen, sei auf dem Dezemberteppiche die Gruppe, 
die so eifrig mit dem Schweineschlachten beschäftigt ist.  
Auf den historischen Teppichen treten derartige Beobachtungen 
dem Stoffe entsprechend gegen die dekorativen Vorzüge zurück, 
doch fehlt es an ihnen nicht, wie beispielsweise die grabenden 
Arbeiter auf dem Teppiche des Landshuter Baues beweisen. 
Von besonderer Pracht sind hier die kostbaren Stickereien auf 
 Hofzahlamtsrechnungen.
        

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