Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1440403
Candids Thätiglseit f. 
Maximilian gegr. 
Teppichmanufaktur. 
215 
Gewandung vor einem Hause und deutet mit der Rechten 
nach hinten, wo sich Lucretius in einer Landschaft durch die 
Flucht zu retten sucht. In dem Hause sehen wir den Vespillo 
auf einer von seinem Weibe gehaltenen Leiter den Dachboden 
erklimmen. I) 
Von den beiden durch die Handzeichnungen bewahrten Dar- 
stellungen vermochten wir nur die eine zu deuten. Sie stellt 
die Aufiindung des Moses dar.  Auf dem anderen Entwurfe 
sehen wir eine schwergewandete Frau, die ein kleines in ihren 
Armen ruhendes Kind unter ihrem Mantel zu verbergen sucht, 
während im Hintergrunde zu Boden geworfene Männer von 
Bewaffneten niedergemacht werden. 
Die Teppiche der ersten Serie tragen lllonogramme, die 
der zweiten den Namen des Wirkers: HANS VAN D BIEST, 
das Monogramm desselben und das Münchener Kindl. Dieses 
fehlt auf den Teppichen der letzten Reihe, doch zeigen sie den 
Namen des van der Biest, ein Wappen und ein anderes Mono- 
gramm des Wirkersß) 
Da auf den Teppichen der ersten Serie das Münchener Kindl 
fehlt, und statt der Biestschen Bezeichnungen andere vorkommen, 
so haben wir Wahrscheinlich nicht die ursprünglich gewebten 
Exemplare, die, wie aus der Erwähnung Hainhofers hervorgeht, 
schon im Jahre 1613 vollendet waren, vor uns, sondern in späterer 
Zeit nach dem Tode des Biest in Flandern angefertigte Wieder- 
holungen. Wegen des Monograrnms mit den beiden eine Lilie 
einschließenden P möchten wir in ihnen jene Arbeiten erkennen, 
für welche, wie angegeben 3), die Gebrüder van der Posch und 
die Erben des Biest, auf die vielleicht die anderen Monogramme 
gehen, 3040 fl. erhielten. Welche Bezeichnungen die im Depot 
der Residenz bewahrten, golddurchwirkten Teppiche tragen, 
wissen wir nicht, da man uns die Besichtigung derselben ver- 
weigerte. Wir bedauern dies um so mehr, als wir glauben, 
dal's diese die unter des Candid persönlicher Leitung aus- 
geführten Exemplare sind und daher von höherem künst- 
I) Vergl. Val. Maximl VI, 7, 2. 
2) Einige Teppiche dieser Serie 
3) S. 199. 
ohne Bezeichnung, 
sind
        

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