Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1440372
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Zweiter 
Teil. 
Hündchen 
schläft. 
Rechts 
an 
einem Herde 
sitzt 
eine 
Alte 
und 
kocht Thee. 
Je zwei allegorische Gestalten stellen die beiden Tageszeiten 
dar, den Tag  ein Mann in Arbeitstracht, der sich auf eine 
Hacke stützt und mit der Rechten auf den beackerten Boden 
weist und eine jugendliche Frauengestalt mit einem Pfau, von 
deren rechter Hand ein Regenbogen ansteigt; die Nacht 2), eine 
schlafende männliche Gestalt mit einem Mohnkranze auf dem 
Haupte, sowie eine gespenstische Alte, von deren Stirn und 
rechter Hand Flammen ausgehen. Am Himmel Mond, Sterne 
und ein Komet. 
Echte Gestalten des Candidschen Kunstgeistes treten uns 
in den zwölf Darstellungen der dritten Serie entgegen, welche 
mit jenen identisch sind, die, wie wir bei Beschreibung des 
Kaisersaales der Residenz bemerkten, zwischen den Fenstern 
hingen und den über diesen befindlichen Bildern des Vincentino 
entsprachen. Wie diese sind auch die Teppiche mit lateinischen 
Unterschriften versehen. Das "Inuentar" vom ]ahre 1638 nennt 
sie „12 stuckh niderlendische tappezereien von lautter fein ge- 
farbtem arlesz garn darinnen pildnusz von romanischen historien 
gewürckt, hiemit würdt der Khayl-Saal ziehrt". Erhalten haben 
sich nur zehn Teppiche, die, wie schon berichtet, jetzt im Wittels- 
bacher Palais zu München aufgehängt sind. Aufser diesen aber, 
wozu wir fünf Zeichnungen besitzen, sind noch zwei dazu ge- 
hörende Entwürfe bewahrt, so dafs wir die ganze Reihe der 
Darstellungen kennenß) 
Die Teppiche haben ähnliche Umrahmungen wie die der 
ersten Serie. Zwischen Blumen und Früchten hängen an den 
Seiten das bayerische und das lothringische Wappen, oben in. 
der Mitte ist zwischen Füllhörnern, aus denen Blumen hervor- 
quellen, das Monogramm des Maximilian und der Elisabeth, 
unten eine Inschrifttafel mit dem Namen der dargestellten Ge- 
I) Stich von Amling 1698. 
2) Stich von Amling 1698. 
I3) Die sieben im Gegensinne mit der Feder gezeichneten und getuschten 
Entwürfe kamen am Anfange dieses Jahrhunderts aus der Bibliothek des Ly- 
ceums von Innsbruck in das Kgl. Handzeichnungs- und Kupferstichkabinet von- 
München.
        

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