Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1440294
204 
Zweiter 
Teil. 
That gedenkt die zweite TeppichdarstellungI) auf dem wir den 
aus dem Lager Friedrichs abziehenden Otto und in der Ferne 
die tapfere Schar desselben erblicken, wie sie die Berge er- 
klimmt und das Burgthor stürmt.  
Kaum hat Friedrich Italien den Rücken gekehrt, als die 
lombardischen Städte Wieder offen als seine Feinde auftreten. 
Die Autorität des Kaisers wird durch das hochfahrende Wesen 
Mailands sowie durch die wachsende Macht der Griechen, die 
schon in Apulien festen Fufs gefafst hatten und von mehreren 
Städten Oberitaliens zum Schutze gegen den Kaiser angerufen 
worden waren, stark gefährdet. Daher entsendet dieser im 
jahre 1158 zwei energische Männer, seinen Kanzler Reinald von 
Dassel und den Pfalzgrafen Otto von Wittelsbach, um die 
Städte an ihren Treueid zu gemahnen und jeden Treubruch 
streng zu ahnden. Auf einer Handzeichnung sehen wir, wie 
diese beiden Männer in Cremona der Geistlichkeit, dem Adel 
und dem Volke den Schwur der Treue abnehmen. Der griechisch 
gesinnte Stadtpräfekt und der Adel von Ravenna hatten vor 
der Ankunft der Gesandten die Stadt verlassen und waren 
nach Ancona aufgebrochen, um sich in den Schutz der dort 
lebenden Griechen zu begeben. Sogleich bricht Otto nach An- 
cona auf und verwüstet, da man seinen Forderungen nicht ent- 
spricht, das die Stadt umgebende Terrain, so dafs die Bürger 
schließlich unter Führung des Kanzlers Paläologus eine 
griechische Gesandtschaft an ihn abschicken. Diese läfst Otto 
seinen ganzen Zorn fühlen. Die Ankunft der griechischen Ge- 
sandtschaft vor dem mit seinen Kriegern versammelten Otto 
bildet den Gegenstand einer Teppichdarstellung. 2) 
I) Stich vom Jahre 1700. Drei Handzeichnungen, eine mit der Darstellung 
im Gegensinne und einer Änderung an der rechten Seite, die dritte mit der flott 
gezeichneten Gruppe Ottos und des Lanclsknechtes. Inschrift: Otho etc. arcem 
ad Athesim in Alpium faucibus praerupto saxo sitam vi occupat. Friderico 
Ahenobarbo imp. viam a Veronensib. obsessam aperit MCLV. 
2) Stich vom Jahre 1699. Zwei Handzeichnungen mit allerlei Varianten, 
auf jeder aufgeklebte Korrekturen, auf einer zweimal übereinander. Inschrift; 
Otho etc. Germanici Imperii majestatern adversus Graecorum artes et factiosos 
alios viminisque repulsos asserit an. MCLIII. Die Jahreszahl ist verkehrt, da 
in diesem Jahre Otto garnicht mit Türken in Berührung gekommen ist. Viel-
        

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