Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1440233
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19 
Teil. 
Zweiter 
Woutersl), die im Laufe der folgenden Jahre mehrere Male ver- 
geblich gegen den bedeutenderen Hans van der Biest intrigier- 
ten, der am 6. Oktober 1604 mit 6 Gesellen in München angelangt 
war und gleich ein Jahresgehalt von 600 fl. empfangen hatte. 
Die Zahl der Gesellen wuchs in den folgenden Jahren, so dafs 
van der Biest schliefslich an der Spitze von zwanzig Arbeitern 
stand, unter denen die Gebrüder van der Posch und ein Peter 
Senchten hervorragten. „Dem Biest", so berichtet von Frey- 
berg, wurde das Werk der bayerischen Historien übertragen, 
zu welchem Peter Candid die Cartons verfertigt hatte." In den 
Jahren 1604-1611 wurden für den Gebrauch von Gold, Silber 
und Seide 9662 ii. verausgabt. Dem Candid war, wie es scheint, 
die Oberaufsicht über die Ausführung der Teppiche übergeben, 
denn von Freyberg berichtet nach einer uns unbekannten 
Quelle: „van der Biest habe sich seiner Kunst um so weniger 
zu rühmen, als ihm Peter Candid die Cartone für Hand und 
Augen reiche und noch manches corrigieren müsse." „Und 
wenn nun gleich", so berichtet er ferner, „dern van der Biest 
der Vorwurf gemacht wurde, er habe manches Stück ver- 
dorben, so erhielt er doch 1612: 1000 Th. Gratifikation und 
100 fl. Besoldungszulage für seinen Fleifs." Unbekannt ist, 
warum van der Biest im Jahre 1615 München verliefs und in 
seine Heimat zurückkehrte, um dort die Arbeiten für den baye- 
rischen Hof fortzusetzen. Vor seinem F ortgange hatte er sich 
verpflichtet, binnen 18 Monaten 806 Ellen Tapeten aus lana fma 
und Seide für die neuerbauten Räume der Residenz unter an- 
deren für den Kaisersaal zu liefern, wozu ihm die Kartons aus 
der Hofmalerei und die Materialien aus der Hofschneiderei zu- 
geschickt wurden. Schon im Jahre 1616 sandte er 173 Ellen 
und erhielt dafür 1211 fl. Um diese Kartons nach den Zeich- 
nungen des Candid anzufertigen, werden, wie aus den Hofzahl- 
amtsrechnungen zu ersehen ist, die Maler Christoph Zimmer- 
mann, dessen Gehalt von 200 11., mit dem er zuerst im Jahre 
1604 genannt wird, nach und nach bis auf 300 H. gestiegen 
war, sowie Hans Brüderl und Hans Käpler, die wir bei den 
dafs im Jahre {603 ein Dietrich 
mit 175 H, angestellt wurde. 
1) von Freyberg giebt an, 
Brüssel nach München kam und 
Walter
        

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