Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1440225
Candids Thätigkeit 
Maximilian 
gegr, 
Teppichmanufaktur. 
197 
in dem er zur Hochzeit des Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm mit 
der Herzogin Magdalena nach München gekommen war, schreibt 
er: "der Frau Pfalzgräiin Zimmer waren mit den 12 Monaten. 
so von seyden vnd gold zu München gewürcket worden (be- 
hengt), des herrn Bräutigams Zimmer (Welches oben auf am 
schönen grossen saal Ware) mit Bayrischen historiis auch zu 
München gewürcket    der saal vor des Chürfürsten Zimmer 
mit den forze die Hercule blaw in weis gewürcket behenget". 
Die Entwürfe zu den Monaten und den bayerischen Geschichten 
hatte Candid geliefert.  
Für Grobelins hegte Maximilian eine ganz besondere Vor- 
liebe und hatte anfangs bedeutende Summen ausgegeben, um 
solche aus dem Auslande zu beziehen.') Im Jahre 1603 liefs er 
aus Venedig eine Anzahl Teppiche mit den Thaten Hannibals 
kommen, die 1981 H. kosteten und zum Schmucke der alten Re- 
sidenz verwandt wurden, und im folgenden jahre wurden sogar 
4215 a. für venetianische Teppiche ausgegeben. Gleichzeitig 
kamen aus Antorf 1860 Brabanter Ellen mit den Thaten des 
Herakles, Cyrus und Hannibal und Laubwerk an, für die 8250 H. 
bezahlt wurden. z) Diese Einfuhr widerstrebte aber dem Sinne 
Maximilians, dessen Stolz es war, sich mit Kunstprodukten 
seines Landes zu umgeben, und so entschlofs er sich dazu, in 
München eine eigene Teppichmanufaktur zu begründen. 
Schon im jahre 1603 hatte der mit der Besorgung der 
niederländischen Teppiche betraute Hofkontrolor Fraifslich drei 
Teppichwirker mitgebracht: Delibet, Kannenthal und Dietrich 
1) Vergl, Pragmatische Geschichte der bayerischen Gesetzgebung und Staats- 
verwaltung in polizeilichen und staatswirthschaftlichen Gegenständen seit den 
Zeiten Maximilians I. Aus amtlichen Quellen bearbeitet von Max Freiherrn 
von Freyberg 1836. Band II. Ferner: Zeitschrift des Kunstgewerbe-Vereins 
20. Jahrgang. München 1870. Wirkerei und Gobelins von I. A. Kuhn. 
2) von Freyberg giebt an, dafs aufserdem noch eine Rechnung aus Antorf 
vorgelegen habe, die 18933 fl. betrug, und erwähnt noch, dal's von den Qui- 
dobonischen Erben zu Liechtenberg I2 Stück Tapetzerei mit der Historie Gedeons 
520 Ellen um 1561 H. gekauft wurden. Dieselben werden in einem „Inuenta- 
rium der tappezereyen aufschleg, pöttzieraten vnd andere mobilien, so in Cur- 
fürSÜ- Hälubt-Residentz, München, Starnberg vnd Sehleifshaimb sich befunden 
vnd beschriben worden den I. july, Anno 1648 (Cod. germ. 2123 in der Kgl. 
Hof- und Staatsbibliothek zu München) genannt.
        

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