Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1440143
Die herzogliche Residenz. 
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vierten Tafel spielt ein Engel die Orgel, ein anderer besorgt 
die Bälge und mehrere singen dazu aus voller Kehle. Die vier 
Engel der kleinen Tafeln tragen im Fluge eine Bibel, ein 
Notenheft, ein Spruchband und eine Wage mit Gesetzbuch. 
Von dem Saale aus sich in das Treppenhaus begebend 
betritt man zunächst ein breites Podest, von dem aus in der 
Mitte ein Treppenlauf mit breiten, roten Marmorstufen hinab- 
führt, während durch eine Mauer getrennt, rechts von diesem 
ein steilerer Lauf nach oben führt und links sich nach dem 
früher so genannten Königlichen Saale ein Korridor mit einer 
Dockenbalustrade hinzieht, auf deren Postamenten vier paar- 
weise in der Längsachse gekuppelte rote Marmorsäulen stehen, 
die durch Gurtbögen mit den gegenüberliegenden Wandpilastern 
des Treppenlaufes verbunden sind. Dieser biegt in halber Höhe 
(25 Stufen) vollständig um und führt in eine von vier Marmor- 
säulen getragene Einfahrtshalle, die nach jenen den Namen „zu 
den vier Schäften" erhalten hat. An der Wand des Mittel- 
podestes stehen in Nischen die aus Gips gegossenen Statuen 
Ottos von Wittelsbach und Karls des Grofsen, und eine ähn- 
liche Nische mit der Statue Ludwigs des Bayers schmückt die 
Wand des mittleren Treppenlaufes. Die Decke des Hauses 
zerfällt in quadratische Hache Kreuzgewölbe, deren sich ähn- 
liche über dem Mittelpodeste, sowie dem Antritts- und Aus- 
trittsraume befinden, so dafs deren im ganzen zehn vorhanden 
sind; der untere und der obere Treppenlauf haben ein an- 
steigendes Tonnengewölbe. Den Schmuck der Decke bilden 
Stuckornamente und Grottesken. In gleicher Weise sind die 
acht sich um die Mitte der Einfahrtshalle legenden Kreuz- 
gewölbe dekoriert, Während auf das mittlere Gewölbe eine 
Architekturperspektive gemalt ist. Dieselbe rührt nach Haeutle 
von Greitter her, der 150 fl. dafür erhielt, während die Aus- 
führung der übrigen Malereien für 440 il. von Hans Thonauerl), 
Hans Oberhofer, Hans Stroja und ]ohann B. Geyrer besorgt 
wurde. Die Stuckaturarbeiten versahen die Meister Mathias 
Piechl und Kaspar Nlarolt. Dafs die Entwürfe zu den Grot- 
1) Vielleicht ein Sohn 
gegeben ist, im Jahre 1596 
des alten 
starb. 
Thonauer, 
Hans 
der, 
wie 
auf
        

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