Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1440114
186 
Teil. 
Zweiter 
gemalt, als irrig; von den grofsen Deckenstücken, die hier 
hauptsächlich in Betracht kommen, berichtet er jedoch nichts. 
Mit Hilfe der verschiedenen Beschreibungen, Rechnungs- 
notizen und Mafse des Saales, der 33 m lang und 15 m 
breit war, sowie der Mafse der einzelnen Gemälde vermögen 
wir uns die Decke vollständig zu rekonstruieren. Dieselbe be- 
stand aus einem mächtigen, ebenen Holzrahmenwerke, in welches 
die einundzwanzig Tafeln eingelassen waren, und welches aufser- 
dem einen reichen aufgelegten Schmuck aus vergoldetem Holze, 
wie an den Decken der Trierschen Zimmer, sowie rein deko- 
rativ bemalte kleine Füllungsfelder, wie an der Decke des süd- 
lichsten Steinzimmers zeigte. Zu Seiten des in der Längsachse 
des Saales gerichteten 9,70 m langen und 4,38 m breiten Mittel- 
bildes, das an den Schmalseiten in etwas eingezogenen Halb- 
kreisen abschliefst, waren die beiden ca. 3,25 m langen und 1,80 
breiten, ebenso geformten Tafeln mit ägyptischen, persischen, 
griechischen und römischen Bauwerken angebracht. Die übrigen 
acht ungefähr gleich grofsen Tafeln von derselben Form, so- 
wie die acht quadratischen gruppierten sich in der Weise, dafs 
jene in der Mitte der Seiten, diese in den Ecken des Rahmens 
zu liegen kamen, der die beiden Achtecksbilder von 4 m Achsen- 
grölse umschliefst. Die Verbindung der Tafeln stellten die 
kleinen Füllungsfelder her, die Wahrscheinlich Grottesken ent- 
hielten. 
In der Höhe des Mittelbildes thront von hellem Licht- 
scheine umgeben auf Wolken der Ruhm, eine reichgeschmückte 
weibliche Gestalt, die eine Nike in der Rechten und ein Teilu- 
rium in der Linken hält, und der zwei Engel mit Lorberkränzen 
entgegeniiiegen. Unter ihr sitzen auch auf Wolken links die 
bekränzte und mit reichem Kettenschmucke versehene weib- 
liche Gestalt des Ehrenlohns, die ihre Linke auf einen Schild 
gelegt hat, auf dem ein Tempel gemalt ist, und mit der Rechten 
ein an ihrer Seite stehendes grofses Füllhorn hält, aus dem in 
reichen Massen Früchte hervorquellen, rechts die Fama mit 
zwei Tuben, auf deren Fahnen Ohren und Munde eingewebt 
sind. Nach diesen dreien blickt voll Sehnsucht die rechts unten 
sitzende Ehrsucht empor, die einen von Epheuumrankten Stamm 
urnfafst, eine Geldbörse hochhält und einen prächtigen Pfau
        

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