Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1440109
Die herzogliche Residenz. 
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in dem schon mehrere Male angeführten Verzeichnisse vom 
Jahre 1804 genannt: Herkules, Lucretia, Semiramis (wahrschein- 
lich Tomyris), judith, David, Simson, Susanna, Moses, eines nur 
als biblische Geschichte, ein anderes als „Eine Battallie" und 
ein drittes als Äneas (vielleicht Coriolan und Veturia) bezeichnet, 
alle etwa g Fufs hoch, aber von verschiedener Breite.  Zwi- 
schen den Fenstern hingen nach Zeichnungen Candids gefertigte 
Teppiche, deren Darstellungen denen der Vincentinoschen Ge- 
mälde entsprachen. Die Angabe Rittershausens, dafs die Decke 
ein Werk des Candid sei, findet sich auch bei Pallavicino. „Alzo 
i lumi", so sagte er, „piu iisso e se non miro incrostato di stelle 
un Cielo, godo sparso d'oro il soffitto colorito dal Candi in tre 
gran quadri di iigura quadrangolare perfetta". 
Die auf Holz gemalten Deckengemälde dieses Saales haben 
sich erhalten, und zwar befinden sich die drei grofsen Bilder 
in einem Depotraume der Pinakothek zu München I) und acht- 
zehn Tafeln, die ebenfalls in dem Verzeichnisse vom Iahre 1804 
genannt sind und später nach Schleifsheim wanderten, im Ger- 
manischen Nationalmuseum zu Nürnberg. Alle Bilder haben 
sich vorzüglich erhalten und zeichnen sich durch eine besonders 
frische und lebendige Färbung aus. Die grofsen Tafeln sind 
unzweifelhaft ganz und gar von Candids Hand, die kleinen da.- 
gegen verraten die Mitarbeiterschaft verschiedener Kräfte, doch 
läfst sich an ihnen deutlich erkennen, dafs an manchen Partien 
der Meister selbst eingegriffen hat; einige Köpfe, zumal die 
zweier singenden Engel gehören mit zu dem Besten, was er 
überhaupt geschaffen hat. Die Maler, die ihm dabei halfen, 
lernen wir durch eine Notiz Haeutles kennen, nach der Hans 
Oberhofer für fünf Tafeln oder "Trophai" 25 H. und A. Vogel, 
der deren vierzehn lieferte, dieselbe Summe für jede erhielt. 
Aufserdem bringt Haeutle eine Rechnungsangabe: „etlich Pleter 
mit Trachen Mascula, Delphin und laubern", für welche die 
dabei thätigen Maler Käpler, Vogel, Brüderl und Thomas 
Zechetmaier zusammen 2891 fl. erhielten. Darnach erweist sich 
für ihn die frühere Angabe, Candid habe die Bilder der Decke 
1) Die beiden Achtecksbilder mit der Monarchie und der WVeisheit, 
Nagler im Jahre 1851 (Künstlerlexikon) im Schlosse zu Schleifsheim. 
nennt
        

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