Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1440043
herzogliche Residenz. 
Die 
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feceris aufzufangen; sie gehört unstreitig zu den schönsten Ge- 
stalten Candids. Wunderbar ruhig ist die Faltenlage des Ge- 
wandes, dessen Weifse mit dem reinen Blau des leicht ab- 
fallenden Mantels köstlich zusammenstimmt. Nicht von der- 
selben Vollkommenheit ist die ebenfalls weibliche Gestalt des 
menschlichen Rechts, die zum Teil gepanzert und mit einem 
Helme auf dem energischen Kopfe unter einem Portikus auf 
erhöhtem Throne sitzend in einer Wage, die sie mit der Linken 
hält, zwei Schwerter wägt und den Blick nach der vorgestreckten 
Rechten hin gerichtet hat. Von geringer Bedeutung sind die 
Friesbilder, die in verschiedenen Gestalten die Quellen, Arten 
und bedeutendsten Vertreter des Rechts nennen. Merkwürdiger- 
weise fallen sie nicht ganz mit den von Pallavicino beschrie- 
benen zusammen. Sie stellen dar das jus bellicum (einen alten 
Krieger), das jus civile (einen jiingling mit Buch), die Institu- 
tiones Iustiniani (den Iustinian), einen alten Weisen, der zwei 
Krieger belehrt, mit der Aufschrift: Strenue et prudenter, den 
Codex Theodosianus (den Theodosius), die Theologie (einen 
Alten mit einer Tafel), eine Flügelgestalt mit zwei Tafeln, 
worauf die Worte ]ustitia et Concordia stehen und neben der- 
selben zwei Knaben mit Schwert und Speerbündel, die Philo- 
sophie (einen dozierenden Mann, dessen Haupt von einem 
Sternenkranze umstrahlt ist), einen Gelehrten in seiner Stube 
mit der Unterschrift: Invito beneficium non datur, eine ähnliche 
Darstellung mit der Unterschrift: Qui tacet non negat, und 
zwischen beiden zwei Männer, die einem Fürsten die Leges 
Boiaricae vorhalten. 
Pallavicino nennt hier: Das Kriegsrecht, das bürgerliche 
Recht, den justinian, den Theodosius, einen Geistlichen mit 
Inful, den Mönch Gratian, die beiden Gelehrten, die Leges 
Bojaricae, über dem Kamine das Bild Karls des Grofsen und 
daneben rechts und links einen Jüngling mit Buch und Schrift- 
stück mit der Unterschrift Arte und einen Krieger mit Waffen 
und der Beischrift Marte. 
Das letztgenannte dieser Bilder wird in der auf Seite 175 
erwähnten Aufschreibung genannt: „mart. ganze Figur auf Lein- 
wand 4' 5" hoch, 1' 5" breit" und als eine Arbeit des Candid 
bezeichnet. Später kam es nach Schleifsheim. In dem Kata- 
loge Mannlichs vom jahre 1810 wvird es „Genius des Krieges, 
12'
        

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