Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1440023
Die 
herzogliche 
Residenz. 
177 
lich von einem ihm nahestehenden Schüler, wo nicht von ihm 
selbst ausgeführt worden sind. Es sind dies zehn, die ein- 
zelnen Darstellungen der Decke verbindende, zum Teil Sehr 
unregelmäfsige kleine Füllungsfelder, denen in den reizvollsten 
Stellungen Putten mit allerlei Prunkgerät leicht und flott auf- 
gemalt sind. 
Waren an der Westfassade der Residenz der Religion 
und den Tugenden, auf die sich das Gedeihen des Staates be- 
gründet, ein Denkmal gesetzt, so sollte auch die innere Aus- 
stattung die beiden Ideale des Fürsten zum künstlerischen Aus- 
druck bringen. Preisen die Steinzimmer die Allmacht Gottes, 
der alle Welten geschaffen, die Macht des Glaubens und die 
Herrlichkeit der römisch-apostolischen Kirche, so rühmen die 
diesen gegenüberliegenden Trierschen Zimmer die Tugenden 
des gerechten Fürsten. Wir möchten sagen, der bildliche 
Schmuck der Räume spreche dasselbe aus, was Maximilian an 
seinem Lebensabend in den "Monita paterna" niedergelegt hat. 
Die Räume dieser Flucht sind alle mehr oder minder re- 
stauriert, doch haben nur vier derselben ihr Aussehen ganz 
verändert, während die übrigen ihren alten Charakter so ziem- 
lich bewahrt haben. Die Decken derselben tragen alle das 
gleiche Gepräge. Sie bestehen aus braunem, mit vergoldeten 
Leisten und Holzornament verziertem Holzrahmenwerke, in dem 
die Buchstaben M und E stets im Wechsel wiederkehren, die 
natürlich auch hier auf Maximilian und Elisabeth gehen. Die 
Fenster und die Friese zeigen wie in den Steinzimmern Stuck- 
verzierungen, nur sind hier in letztere Gemälde eingelassen. 
Die aus rotem Stuckmarmor hergestellten Thüreinfassungen 
haben einen reicher gestalteten Sturz, dessen Mitte entweder 
mit einem Löwenkopfe oder einer weiblichen Maske geschmückt 
ist, sind aber in den Formen ebenso einfach wie in den Stein- 
zimmern. Die Wände sind wie dort modern ausgestattet. 
Die Anlage der Räume ist symmetrisch zur Mittelachse, 
von der aus nach den Enden hin die Räume in der Gröfse 
wachsen. Nur sehr klein sind die mittleren vier Räume, da 
von dem Korridore aus, der der grofse Hirschgang hiefs, ein 
Treppenhaus in diesen Teil hineinschneidet. Auf dieselben 
folgen je ein querliegender und hierauf ein längsliegender recht- 
Räe, Peter Candid, I2
        

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