Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1440001
herzogliche Residenz. 
Die 
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liche zurücktritt, die sich aber im wesentlichen nicht von denen 
des Theatinerganges unterscheiden und auch von dem dort 
hervorgehobenen Mangel nicht frei sind. 
Die Deckengemälde, deren keines von Candid ausgeführt 
ist, zeigen in der Auffassung und Ausführung die gröfsten V er- 
schiedenheiten und stammen nur zum Teil aus der Periode des 
Residenzbaues, obgleich, Wie anzunehmen ist, schon damals alle 
Räume mit Deckengemälden ausgestattet worden sind. Be- 
zeugt ist die spätere Entstehung der Deckenbilder für den an- 
stofsenden Vierschimmelsaal, der in den alten Beschreibungen 
stets mit den Steinzimmern zusammen genannt wird. An der 
Decke desselben befanden sich, wie aus jenen hervorgeht, in 
der Mitte Phoebus auf seinem von vier Pferden gezogenen 
XVagen und rings herum die Gerechtigkeit, der Friede, das 
Gesetz, Ceres, Pomona, Diana, Merkur, Mars, Jupiter, Saturn, 
Venus mit Cupido und die drei Grazien. Von diesen Darstel- 
lungen werden einzelne in einer Aufschreibungl) vom Iahre 1804 
genannt: Folgende Gemälde sind in dem GeInälde-Magazin in 
dem Hofgarten vorlindlich beschrieben worden d. 1. Sept. 1804. 
Hier heifst es unter N0. 1076 Andreas Wolf. Apollo auf einem 
mit 4 Schimmeln bespannten Wagen. Leinwand, rund 14' 6", 
ferner werden von demselben genannt: Jupiter auf Wolken, 
Venus mit Amor, Mars auf Wolken, und von dem Maler Triva: 
Saturn auf Wolken und Diana auf Wolken; von unbekannter 
Hand sind angeführt: die Gerechtigkeit, der Friede, das Gesetz 
nnd die drei Grazien. 
Wolf lebte von 61652-1716 und 'l"1'iva von 1626- 169g, und 
dieser Zeit gehören auch ihrem Charakter nach die Darstel- 
lungen in den beiden nördlichen Steinzimmern an, in der "Wind- 
und Elementenwohnung" und dem „Reiche der Welt"; mög- 
licherweise rühren diese Darstellungen auch von jenen Malern 
her. Wir vermuten, dafs nach dem Brande in der Residenz im 
Jahre 1674, der nach Haeutle in den Steinzimmern den gröfsten 
Schaden anrichtete, in diesen drei Räumen die verdorbenen 
alten Bilder, die, wie aus Palavicinos Beschreibung vom Jahre 1667 
hervorgeht, damals ganz dieselben Darstellungen zeigten, durch 
1) Im 
Kreisarchiv 
Oberbayern.
        

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