Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439999
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4 
Zweiter 
Teil. 
führenden Treppe befinden, sind wohl das Reizvollste, was wir 
in dieser Art in der Residenz haben, sie sind mit einer Leichtig- 
keit und Freiheit gezeichnet, die wahrhaft meisterlich ist, und, 
wenn auch in einzelnen Teilen später restauriert, von einer ganz 
besonderen Zartheit der Farbe. Hier verrät uns der Meister, 
dafs er an der Quelle studiert, das Geheimnis der Grotreske 
erlauscht hat und sie spielend zu bilden versteht. Die Orna- 
mente sind einzelnen Feldern der weifsen Stuckverzierung auf- 
gemalt. Im Mittelfelde des schräg ansteigenden Tonnenge- 
wölbes steht auf einem Untersatze eine weibliche Figur, deren 
iiatterndes Gewand, aus dem Arme und Beine nackt hervor- 
treten, durch einen Spangelgürtel zusammengehalten wird. In 
den seitlich erhobenen Händen hält sie reichverzierte Gehänge 
mit Räucherbecken und auf dem Kopfe trägt sie eine mit 
Blumen gefüllte Vase, von der nach ihren Händen Draperie 
herabgeht.  Köstlich sind in den unteren Feldern aus Ran- 
kenwerk herauskommende weibliche Körper mit Blumenschalen 
auf dem Kopfe. Rötlichbraune und gelbe Töne wiegen vor, der 
Grund ist silbergrau gehalten. Kleine Ornamentenfelder be- 
iinden sich an den ilachgewölbten Decken der beiden quadra- 
tischen Podeste. 
Die sechs nach dem Kaiserhofe hinaus liegenden Zimmer 
weichen in ihrer Ausstattung, nach der sie den Namen: Stein- 
zimmer erhalten haben, nicht wesentlich von einander ab. Alle 
haben aus Stuckmarmor hergestellte, einfach profilierte Thür- 
einfassungen und an der den Fenstern gegenüberliegenden 
Wand grofse Kaminnischen, deren Umrahmungen mit denen 
der Thüren harmonieren. Der Farbe derselben, die in jedem 
Raume eine andere ,ist, entspricht auch die der Marmorkamine. 
Über diesen stehen die Iahreszahlen 1612 resp. 1617. Die Formen 
sind einfach und ganz im italienischen Geiste gehalten, und 
von gleicher Einfachheit sind die Thüren selbst, die aus dunklem 
Holze mit Intarsie und mafsvoll aufgelegter vergoldeter Holz- 
verzierung bestehen. Die Decken sind alle aus bemaltem Holz- 
rahmenwerke hergestellt, in das auf Leinwand gemalte Bilder 
eingelassen sind. Die Friese, die Tympana und Zwickelfelder der 
Fenster sind mit leicht getönter Stuckarbeit verziert, in deren 
Ornamenten das Rahmenwerk gegen die Ranke und das Figür-
        

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