Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439986
Die 
herzogliche Residenz. 
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das Geweih eines ihr zur Seite liegenden Hirsches gelegt und 
den linken F ufs auf eine Salztonne gestellt. 
Die kleinen Stuckreliefs zwischen den einzelnen Darstel- 
lungen zeigen je eine Kinderligur mit Spielzeug, Tieren, Früchten 
und Blumen und sind zum Teil reizvoll und lebendig kompo- 
niert, doch fehlt allen Stuckornamenten, hier wie in den anderen 
Räumen der Residenz, die Ursprünglichkeit und Frische, die 
den malerischen Arbeiten und zumal den ihnen verwandten 
Grottesken eigen sind. Ob durch das Material gebunden Can- 
did selbst weniger frei und leicht sich erging oder ob jener 
Mangel nur den ausführenden Künstlern zuzuschreiben ist, läfst 
sich nicht mit Bestimmtheit entscheiden, da die Entwürfe nicht 
erhalten sind, doch glauben wir deshalb das letztere annehmen 
zu dürfen, da die Ornamente des Ludwigsmaussoleums sowie 
einzelne Stücke vom Hochaltare der Frauenkirche, dann aber 
auch der erwähnte ThürklopferentwurfI) von jenen Mängeln 
keine Spur zeigen, sondern in ihrer Art ebenso frisch und 
lebendig wie die Grottesken des Meisters sind. 
Interessant sind die sechsunddreifsig Fürstenporträite in den 
Stichkappen dieses Ganges, deren jedes durch die eigenartige 
Auffassung auffällt und deren Ausführung wohl zum Teil von 
Candid selbst herrührt. 
Der von diesem Gange zum früheren Vierschimmelsaale 
führende, im unregelmäßigen Viereck angelegte kleine Vorraum, 
der viel höher ist als der Theatinergang, zeigt an dem mit 
Stuckornament geschmückten Kreuzgewölbe in der Mitte ein 
von einem kräftigen Fruchtkranze umgebenes Rundbild, das 
eine auf Wolken sitzende, gekrönte, männliche Gestalt mit 
Zepter und Schlüssel in den Händen darstellt, die von einem 
Heiligenscheine umgeben ist. 2) Die Kappen enthalten je ein 
Feld mit hell gehaltenen Grottesken. 
Die Grottesken, die sich an der Decke der von hier hinab- 
 S. I0  
z) Über7diese nicht sehr bedeutende Darstellung lesen wir bei Haeutle, der 
im Theatinergange den Candid nicht erwähnt: „Im Durchgange von den später 
s. g. kaiserlichen Zimmern zu dem Vierschimmelsaale arbeitete Peter Candid an 
dem noch vorhandenen schönen Deckengemälde." Ob diese Angabe eine quellen- 
mäfsige ist, erfahren wir nicht.
        

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