Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439954
170 
Zweiter 
Teil. 
Dreiecksgiebel sich das Monogramm des Maximilian und der 
Elisabeth belindet, belebt. 
Das Tonnengewölbe ist reich mit weifsem Stuckornament 
bekleidet, in dem Rahmenwerk mit pflanzlichen und iigürlichen 
Motiven wechseln, und zeigt in seinem Scheitel siebzehn von 
Stuckrahmen umgebene Freskogemälde, die durch kleine in 
Stuck hergestellte Reliefdarstellungen mit einander verbunden 
sind. In den Stichkappen sind in aufgernalten Rahmen die 
Porträte bayerischer Fürsten gemalt. Die nach unten mit breiter 
Basis auslaufenden und auf männlichen und weiblichen Masken 
ruhenden Zwickel waren nach Haeutle ursprünglich auch mit 
Malereien geschmückt, die Oberhofer, Vogel und Gottbewahr 
ausgeführt hatten; dieselben gefielen aber dem Herzoge Maxi- 
milian nicht und wurden deshalb von Castelli durch Stuckorna- 
mente ersetzt. Die Deckenbilder malten, so berichtet Haeutle 
ferner, Hans Käpler und Christian Stainmüller, und zwar habe 
ersterer die Akademie, den bayerischen Adel, die Einigkeit, 
Bayern, München, Landshut, Straubing, Inn und Isar gemalt 
und 15 H. für jedes Bild erhalten, während Stainmüller für die 
Ausführung der Veritas, Auctoritas, Patientia und Vigilantia je 
20 H. erhalten hätte. Diese letztere Angabe ist falsch, denn 
diese vier Bilder beiinden sich garnicht in diesem Gange, son- 
dern in einem der Steinzimmer, wo wir dieselben zu betrachten 
haben werden. Statt ihrer kommen zu den von Käpler ge- 
malten acht andere Darstellungen: der Lech, die Donau, Burg- 
hausen, die Saline, die Jagd, der Fischfang, das Kriegswesen 
und die Religion, die alle durch Beischriften gekennzeichnet 
sind. Zu einem Teile dieser Bilder haben sich die Handzeich- 
nungenI) des Candid erhalten, äußerst flott mit der Feder ge- 
1) Im Kgl. Handzeichnungs- und Kupferstich-Kabinet zu München, wohin 
sie im Jahre 1807 aus einem der aufgehobenen Klöster gekommen sind. Vergl. 
eine Anfschreibung daselbst: „Verzeichnisz derjenigen Zeichnungen, welche aus 
den aufgehobenen städtischen Klöstern sind eingesendet und von der Kupferstich- 
Untersuchungscommission zum König]. Zeichnungs Cabinet an den Unterzeich. 
neten (Chr. v. Mannlich) abgegeben worden d. I4. Sept. X807: Aus dem Kloster 
R. 41 Zeichnungen „aus dem band Peter candit" meistens original. Die hier 
genannten Zeichnungen zu dem Theatinergange tragen die Nummern 70819-47099 
und 1701-1703.
        

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