Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439943
Residenz. 
Die herzogliche 
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zeichnung der Schlacht bei Amiing trägt von späterer Hand 
die Aufschrift: Peter candit. Den Mittelpunkt des Ganzen bildet 
die Gefangennahme Friedrichs durch Konrad Rindsmaul, der 
an dem Rindskopfe, welcher als Verzierung an seinem Helme 
sowie an der Schabracke seines Pferdes angebracht ist, zu er- 
kennen ist." Friedrich wird von diesem in der rechten Flanke 
angegriffen, während ihn von der anderen Seite ein keulen- 
schwingender Ritter bedroht. Um diese Gruppe wogt heftig 
der Kampf; teils dringen die Kämpfenden mit mächtigen Stofs- 
lanzen auf einander ein, teils kämpfen sie mit Schwert und 
Morgenstern. Ganz vorn ist ein Fahnenträger gestürzt, noch 
die zerbrochene Fahnenstange in den Händen haltend und sich 
gegen einen von links ansprengenden Ritter wehrend. In die 
von links in gedrängten Scharen herankommenden bayerischen 
Reiter sprengt tollkühn mit gezücktezn Schwerte ein Ritters- 
mann hinein. Links vorn galoppiert über Tote hinweg ein 
prächtiger Signalbläser und rechts entsendet im Fliehen ein 
nach rechts absprengender Bogenschütze von magyarischern 
Äufsern, dem andere gleichgeartete folgen, einen Pfeil in die 
gedrängten Massen hinein. 
Der Ost- und der Westflügel haben. dieser fast durchweg, 
jener mit Ausnahme einiger Räume, ihren alten Charakter be- 
wahrt, dagegen ist der Nordliügel mit Ausnahme des intakt 
gelassenen Treppenhauses vollständig umgebaut worden, so 
dal's der Kaisersaal, der jetzt in zwei Stockwerke geteilt ist, 
und der daran stofsende Vierschimmelsaal vollständig ver- 
schwunden sind. 
Wir betreten zunächst den 81 m langen 4 m breiten Thea- 
tiner- oder Wappengangx), der durch achzehn Fenster sein 
Licht empfängt und von einem Hachen Tonnengewölbe mit 
Stichkappen überdeckt ist. Die Wände zeigen aufser den 
Wappen der bayerischen Städte keinen Schmuck, nur die am 
Hartschiersaale gelegene Schmalwand wird durch ein aus rotem 
Stuckmarmor hergestelltes Portal, in dessen durchbrochenem 
1) Den Namen hat er von den YVappen bayerischer Städte, die neuerdings 
mit den Einwohnerzahlen derselben in geschmackloser YVeise den Seitenwänden 
aufgemalt sind und den Charakter des Ganzen sehr beeinträchtigen.
        

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