Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439872
162 
Zweiter 
Teil. 
Quaderbossage angegeben. Der Fassade war eine Dockenbalu- 
strade vorgelagert, auf deren Eckpostamenten vor den Thoren 
die früher I) angeführten wappenhaltenden Löwen safsen, von 
denen die zwei des südlichen Thores die Weitaus besseren sind. 
Nach Wegfall der Balustrade erscheinen dieselben heute dort 
etwas unvermittelt. 
Die Bemalung der Nordseite entsprach im wesentlichen 
der der Westfront, dagegen zeigt der Kaiserhof eine andere An- 
ordnung. Hier sind je zwei Fenster gekuppelt und von einem 
Bogen überspannt, der zwei runde, meist blinde Fenster in sich 
aufnimmt. Zwischen den Fenstern stehen im oberen und un- 
teren Stockwerke, die durch ein Gurtgesims von einander ge- 
trennt sind, je zwei gekuppelte Pilaster, die ein Ornament 
zwischen sich nehmen.  Hier wie an der Westfassade sind 
die Formen einfach und ohne Hervortreten dekorativen 
Schmuckes behandelt. Die Ausführung dieser Malereien be- 
sorgten nach Haeutle die Maler Bartholomaeus Reitter und 
Peter Wendseisen. 
Die beiden Portale an der Westfassade sind von einer wun- 
derbaren Kraft und Monumentalität und unterscheiden sich da- 
durch von den viel zarter gehaltenen Portalen an der Michaels- 
kirche, wie überhaupt die dekorativen Arbeiten in dieser 
Kirche viel weniger kräftig und energisch sind als die der 
Residenz. 
Es wird sich schwer entscheiden lassen, welchen Vorbildern 
Candid vornehmlich gefolgt ist, doch halten wir es trotz der 
angedeuteten Verschiedenheit für Wahrscheinlich, dal's Wendel 
Dietrich auf ihn von Wesentlichem Einiiusse gewesen ist, denn 
in den Architekturformen Weicht er nicht sonderlich von diesem 
ab, sondern bildet sie nur seiner Natur entsprechend um. Auch 
für die Entscheidung dieser Frage wäre der Bennobogen ein 
wichtiges Zeugnis, der, soweit die Skizze Petzls ein Urteil zu- 
läfst, in Anlehnung an den Triumphbogen der Michaelskirche 
geschaffen zu sein scheint. 
Die aus rotem Marmor hergestellten Portale sind dreiteilig. 
Das mittlere grofse Rundbogenthor wird seitlich von gequa-
        

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