Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1438348
Einleitung. 
glänzendsten Erfolge gekrönt. Darum sagt auch von Lang 
mit Recht: „Die jesuiten waren Nebenbuhler des Protestantis- 
mus und haben diesem mehr geschadet als Banniiüche, Ketzer- 
gerichte und Konzilien, denn sie boten eine evangelische Kirche 
mit bewahrtem katholischen Glauben". 
Einen Augenblick schien es, als sollte der Geist des 
Luthertums sich dennoch behaupten, denn Wilhelms Nach- 
folger Albrecht V. I), der 1550 den Thron bestieg, war den 
Neuerungen nicht abgeneigt, unterliefs es, mit Strenge gegen 
die Bekenner der neuen Lehre aufzutreten, kam vielmehr 
ihren Wünschen vermittelnd entgegen. Um der immer mehr 
um sich greifenden Sittenlosigkeit der Priester zu. steuern und 
einem allgemeinen Wunsche gerecht zu werden, bewarb er sich 
im Jahre 1552 beim Tridentiner Konzil um die Gestattung der 
Priesterehe, des Abendmahls in beiderlei Gestalt sowie des 
Essens von Fleischspeisen an Fastentagen, nachdem er schon 
früher (1555) die zweite der Forderungen auf eigene Hand hin 
gebilligt hatte. Da das Konzil zum Teil seine Forderungen 
verwarf, zum Teil ihn an den Papst verwies, so unterhandelte 
er mit diesem. Diese Verhandlungen führten zu einem ganz 
unerwarteten Resultate, denn es vollzog sich in dem Ver- 
halten Albrechts ein vollständiger Umschwung. Da der Papst 
auf zwei seiner Forderungen gar nicht einging und den Ge- 
brauch des Kelches nur bedingungsweise gestattete, stand er 
von allen weiteren Vermittlungsversuchen ab. Er fühlte, dafs 
ein weiteres Vorgehen den Bruch mit Rom bedeutete, und vor 
dieser Konsequenz schrak er zurück. Schon in mehreren 
Bullen hatte der Papst den Verdacht ausgesprochen, dal's er 
ein Anhänger der neuen Lehre sei und ihm im Jahre 1563 sogar 
ein dringendes Ermahnungsschreiben übersandt. Um sich von 
I) Ferdinand Keck, Das Leben und XVirken Albrecht V. des Grofsmütigen, 
Herzogs von Bayern 1842.  Einleitung zur Geschichte des bayerischen Herzogs 
und Kurfürsten Maximilian dcs Ersten. Hauptsächlich nach den urkundlichen 
Quellen des königl. geheimen Haus- und Staats-Archives von München von 
C. M. Freiherr von Aretin 1842.  Moritz jungcrmann, Albrecht V. der Grofs- 
mütige, Herzog von Bayern 1843.  Buchner a. a. O.  Einleitung zu XV. Schreibers 
Geschichte des bayerischen Herzogs Wilhelm V. des Frommen, nach Quellen 
und Urkunden dargestellt. München 1868.
        

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