Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439865
Die 
Residenz. 
herzogliche 
161 
oder Theatinergang, der an der Westfront entlang läuft, während 
nach dem Kaiserhofe hinaus, mit jenem Gange ein venig diver- 
gierend, so dal's eine Zahl kleinerer Räume dazwischen tritt, eine 
Flucht von sechs Zimmern liegt, die, Steinzimmer genannt, eben- 
falls von dem Hartschiersaale aus zugänglich sind. Am Nord- 
ende des Theatinerganges liegt zur rechten eine kleine Vor- 
halle, von der aus eine schmale Treppe hinabführt, und daran 
schliefst sich der mit dem letzten Steinzimmer verbundene Vier- 
schimmelsaal, der sich in drei Thüren nach dem grofsen Kaiser- 
saale öffnet. Von diesem führen drei an der gegenüberliegenden 
Wand beiindliche Thüren in das grofse Treppenhaus, an das 
mit einem gröfseren Vorraume das Nordende des Ostflügels 
tritt. In diesem liegt nach dem Kaiserhofe hinaus eine Flucht 
von acht Zimmern, Triersche Zimmer genannt, und neben diesen 
läuft ein Korridor entlang, der in die neben dem Herkulessaale 
gelegene Vorhalle mündet, von der aus sich an der Südseite 
des Küchenhofes der Charlottengang hinzieht. 
Auf die vorgenommenen Veränderungen und Umbauten 
werden wir bei der Betrachtung der einzelnen Teile hinweisen. 
Nord- und Westfront wurden monumental gestaltet, erstere 
durch ein mittleres Portal und zwei Risalite an den Seiten, die 
durch Giebel mit seitlichen Voluten bekrönt waren, letztere 
durch zwei prachtvolle Marmorportale und eine zwischen diesen 
angebrachte Figurennische aus demselben Materiale. Im übrigen 
blieb die Ausschmückung der Fassaden der Malerei überlassen, 
die sich dabei nicht frei erging, sondern als Vertreterin der 
Architektur deren Ordnungen auf der Fläche nachahmte. In. 
gleicher Weise wurden die YVände des Kaiser- und des Kapellen- 
hofes geschmückt. Die Malerei hat der Witterung nicht stand 
gehalten und wurde neuerdings im Kaiserhofe restauriert. An 
der Westfront ist fast die letzte Spur verschwunden, so dafs 
sie jetzt in rohem Putze dasteht. Die alten Stiche  zeigen, dafs 
die Fenster eine reiche Umrahmung hatten und unten durch 
zwei schmale, gekuppelte Pilaster, oben durch einen breiten 
Pilaster mit Postament, das auf dem kräftigen Gurtgesimse 
ruhte, von einander getrennt waren. An den Ecken war eine 
1) Bei Merian, Wening u. 
Räv, Peter Candid.
        

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