Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439856
160 
Zweiter 
Teil. 
die F rauenkirche fallen in eine spätere Zeit, und an seine be- 
deutende Thätigkeit für die Teppichwirkerei ist deshalb nicht 
zu denken, da er für diese mehrere Male, 1607 und 1612 be- 
sonders belohnt worden War. Die Briefstelle besagt somit, dafs 
er den ganzen Residenzbau und was an malerischer und an- 
derer Ausstattung für denselben hergestellt wurde, geleitet 
und aufserdem jährlich bedeutende Arbeiten für denselben ge- 
liefert habe. Wie bedeutend sein Einflufs auf die malerische 
Ausstattung gewesen ist, geht auch daraus hervor, dafs, 
als die Augsburger im Iahre 1619 den grofsen Saal ihres 
Rathauses schmücken wollten, Candid mit dem Entwurfe der 
Gemälde beauftragt wurde, worüber sich, wie wir später 
zeigen werden, glücklicherweise die genauesten Nachrichten 
erhalten haben. 
Dafs Candid den Plan zum Ganzen geliefert habe, läfst sich 
nicht mit voller Gewifsheit behaupten, doch sehen wir durch- 
aus nicht ein, was uns nötigte, die alte Angabe auch nur im 
mindesten zu bezweifeln, denn dafs Candid nicht dazu im stande 
gewesen sein solle, kann schon allein dem prachtvollen Auf- 
baue des Ludwigsmaussoleums gegenüber nicht behauptet 
werden, und würde Wohl ganz hinfällig sein, wenn noch der 
herrliche Bennobogen und der prächtige, ebenfalls dernolierte 
Hauptaltar der Frauenkirche als Zeugen für das architekto- 
nische Geschick des Candid aufzutreten vermöchtenf) 
Der Plan der Maximilianischen Residenz ist ein sehr ein- 
facher?) Von einer an der Nordwestecke des Brunnenhofes 
gelegenen Vorhalle, zu der eine Marmortreppe hinaufführt, ge- 
langt man in den Herkulessaal, an den sich ein langer, neben 
einer Flucht kleiner Zimmer laufender und nach dem an der 
Westfront gelegenen Hartschiersaale führender Korridor an- 
schliefst. Von diesem Saale aus tritt man links in eine Flucht 
von vier Zimmern und rechts in den sogenannten Wappen- 
I) Dafs Candid, wie Nagler (Künstlerlexikon) bemerkt, den Titel eines Hof- 
architekten gehabt habe, fanden wir nicht bestätigt. 
2) Nur der erste Stock ist für uns von Interesse, da die unteren Räumlich- 
keiten keinerlei Ausstattung erhalten haben.
        

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