Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439841
Die herzogliche Residenz. 
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die Annahme sehr wahrscheinlich. Bemerkenswert ist auch, 
dafs Krumper einer der Konkurrenten ist, der, wie wir sahen 
bei der Errichtung des Bennobogens die gemachten Pläne zu 
untersuchen hatte und wegen der Ausführung des Werkes zu 
Rate gezogen war. Vielleicht fand hier ein wirkliches Sub- 
missionsverfahren statt. In ähnlicher Weise war man ja bei 
dem Baue der Michaelskirche vorgegangen. Dietrich hatte die 
Pläne geliefert, Oeggel berechnete die Ausführung, und da diese 
sich zu teuer stellte, wurde sie dem Miller, der billigere Be- 
rechnungen gemacht hatte, übergeben. Soll uns die ungerecht- 
fertigte Gloriiizierung Millers nicht eine Lehre sein, und ge- 
mahnt sie uns nicht zur Vorsicht, den Schön nicht für mehr 
zu nehmen, als er in Wirklichkeit ivar! 
Keiner dieser beiden für Candid eingesetzten Männer war 
im stande, diesen in Wahrheit zu verdrängen, und es fragt sich 
nun, 0b noch positive Gründe für ihn sprechen. 
Dafs er bei dem Baue die Oberleitung hatte und für seine 
Ausstattung vielfach beschäftigt war, geht mit Gewifsheit aus 
dem schon mehrfach herangezogenen Briefe vom jahre 1613 
hervor, in dem er sagt, dal's er nun schon dreifsig Iahre hin- 
durch in bayerischen Diensten sein Aufserstes gethan habe und 
dann fortfährt: „(habe) mich die gantze zeit mit der mir von 
anfangs bestimbter besoldung ohne ainige daran beschene ad- 
dition oder Verbesserung gehorsamist bemiegen lassen, vnange- 
sehen von selbiger zeit an die leuff vill theurer, mein hausz- 
wesen schwerer vnd meine v(er) richtungen vmb souil desto 
häufiger worden seind dsz obwoln ich von onfang vmb mehrers 
nicht alsz vmb meine blofse handtarbeit allein sorgen dörffen, 
ich doch nun mehr etlich jar hero aus E. Frl. Dtl. gdisten 
geschafft die gantze operas vnd was anders dabei zu- 
mahlen vnd zuuerrichten gehabt, gleichwol so willi- 
gist alsz schuldigist stetts dirigirt, darneben aber einen 
alsz den andern weg von meiner handt jedes jars 
manche starckhe arbait vnd solche werckh vollendet, 
vmb welche ein anderer vill mit einem mehreren alsz wormit 
man mich besöldet, hätte belohnt werden müessen." Unzweifel- 
haft hat er bei den Worten „die gantze operas" besonders die 
Arbeiten für die Residenz im Auge; die großen Arbeiten für
        

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