Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439822
Residenz, 
Die herzogliche 
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berg, Reichenhall, Rhein, Starenberg, Wolfershausen und an- 
deren bayerischen Städten, und dies läfst uns vermuten, dafs 
er am Residenzbaue nicht beschäftigt war, sondern dafs seine 
eigentliche Thätigkeit darin bestand, das Bauwesen in Bayern 
zu inspizieren. Es wird dies sogar in hohem Grade wahrschein- 
lich, wenn wir die Forderung lesen, welche die von Wilhelm 
im Jahre 1597 eingesetzte Kommission 1) stellte: „Das unter- 
geordnete Bauwesen solle der Hofkammer anvertraut und für 
das Ober- und Unterland zwei Baumeister angestellt werden, 
ohne deren Genehmigung kein Gebäude aufgeführt werden 
dürfe, damit nicht, wie bisher nur auf F lickwerk über 2o,ooo H. 
verwendet würden". Gerade in diesem Jahre wurde, wie be- 
merkt, Reiffenstuel Baumeisteramtsverwalter. Wenn wir nun 
noch bedenken, dafs Reiffenstuel die Anlage der Starenberger 
Salinen schuf, so glauben wir Grund genug zu haben, in ihm 
nur einen praktischen Baumeister zu erblicken, nicht aber einen 
Künstler, der den Residenzbau entworfen haben könnte. Am 
allerwenigsten sprechen die Thatsachen dafür. 
Weniger gut sind wir über Heinrich Schön unterrichtet. 
Vielleicht ist er mit dem in den Baurechnungen der Jesuiten- 
kirche genannten „kistler" Heinrich Schön identisch. Er stand 
zu dem Residenzbaue in Beziehung, doch läfst sich aus den 
Rechnungsnotizen durchaus nicht ersehen, dafs er irgend etwas 
mit der künstlerischen Leitung zu thun gehabt habe. Im Jahre 
1608 wird er fest angestellt, und zwar heifst es hier unter „Paw- 
amt": „Hainrich Schön ist die Verwaltung desz hof-pawmeister 
ambts vfgetragen vnd ime zu jerlichen besoldung von 1. july 
a" laut der ordinanz verordnet worden 200 H." Zwei Jahre 
darauf wird ihm sein Gehalt um 100 fl. erhöht, und diese 300 H. 
behält er. Aufserdem wird er jährlich unter "Hofgepew" 
genannt, für das er bedeutende Summen in Empfang nimmt. 
Er wird stets Hofbaumeisteramtsverwalter genannt und behält 
diesen Titel selbst nach Reiffenstuels Tode bei. Erst in späterer 
Zeit wird er in den Rechnungen als kurfürstlicher Baumeister 
geführt und stirbt als solcher am 7. Dezember des Jahres 1648. 2) 
1) Vergl. oben S. 29. 
2) Totenbuch der Frauenkirche.
        

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