Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439819
156 
Teil. 
Zweite: 
kurz, dafs wir diesen ganzen Residenzbau als ein Werk deut- 
scher Künstler, als deutsche Renaissance erkennen müssen  
und sie ist dieses letztere im besten Sinne des Wortes, die 
Arbeiten dieser Künstler sind durchaus frei von jeder Formen- 
spielerei und Verkünstelung, edel und voll Würde". Und welche 
Künstler nennt er nun? I-Ians Reiffenstuel, Heinrich Schön, 
Hans Krumper, Johann Damian, Georg Mair, Dionys Frey, 
Bartholomäus Wenglein, Hans Wernle und Hans Rottenhammer. 
Diese sollen nach ihm selbständig neben Candid und Vincentino 
in der Residenz thätig gewesen sein. 
Wo sind denn die Thatsachen, welche beweisen, dafs die 
Thätigkeit des Candid bei diesem Baue eine geringere war, als 
man früher annahm und dafs Hans Reiffenstuel der Baumeister 
war; und was zwingt uns, noch immer den Schön als einen 
Meister im Renaissance-Stile zu betrachten, wie Haeutle es Will, 
um demselben nicht unrecht zu thun? Ist es nicht vielmehr 
unsere Pflicht, diese Ansicht zu zerstören, wenn sie sich als 
nichtig erweist! Was wissen wir überhaupt über diese beiden 
Männer? 
Schon in den achtziger Jahren des sechzehnten Jahrhun- 
derts kommt Hans Reiffenstuel in den Hofzahlamtsrechnungen 
vor. 1587 wird er mit 170 H. Gehalt als Werkmeister ange- 
stellt, von 1592 an erhält er jährlich 200 H. und im Jahre 1507, 
in dem er Baumeisteramtsverwalter wird, eine Aufbesserung 
von 50 H. In diesem Jahre tritt für den verstorbenen Werk- 
meister Georg Reiffenstuel Quirin Reiffienstuel ein, der die Be- 
soldung von 125 11., die Georg bezog, beibehält. 
Von 1600 an wird Hans Reiffenstuel als Baumeister an- 
geführt, seine Besoldung wächst, und vom Jahre 1602 bis zu 
seinem im Jahre 1620 erfolgten Tode bezieht er ein Jahresgehalt 
von 300 H. Im Jahre 1611, in dem er „in ansehung er nun mehr 
vil jar lanng gediennt aus g. semel pro semper" 300 H. als Ge- 
schenk erhält, und in den darauf folgenden wird er des öfteren 
„alter baumeister" genannt. Am meisten kommt er unter 
"Zerungen" vor, im Jahre 1604 mit dem Vermerk: „in besich- 
tigung etlicher gepew". In jedem Jahre bis zu seinem Tode 
erhält er Summen für seine Reisen nach Anger, Dachau, Fried- 
berg, Giesing, Hof, Ingolstadt, Landsberg, Lechhausen, Lichten-
        

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