Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439808
Die 
Residenz. 
herzogliche 
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dal's Maximilian in ähnlicher Weise wie Friedrich der Grofse 
zu seinem Sanssouci eine ungefähre Aufzeichnung des Ganzen 
gemacht habe, um seine Pläne und Absichten kundzugebenf) 
Sind wir aber berechtigt, Candid als den Architekten zu be- 
trachten? 
Die neuere Forschung verhält sich zu der Frage nach dem 
Künstler des Entwurfs ganz anders, indem sie Maximilian ganz 
aus dem Spiele läfst und Candid den Entwurf abspricht, um 
ihn entweder dem Schön oder dem Reiffenstuel zuzuweisen. 
Auf Grund der obenerwähnten Kammerrechnungsnotiz sagt 
Nagler, nicht Candid, sondern Heinrich Schön, der Schüler des 
Quirin Reiffenstuel, sei der Baumeister und für seine Zeit ein 
Meister im Renaissance-Stil gewesen. Sein im jahre 1612 ge- 
nannter Plan sei aus einer Konkurrenz mit Hans Häckl und 
Hans Krumper hervorgegangen und nach demselben habe, wie 
aus der Rechnungsnotiz „Vmb für den M. Blasium gemachte 
F ormb vnd anders 76 H. 11 Xr." hervorgehe, Fistulator ein Gips- 
modell angefertigt. Nun aber sahen wir schon, dafs diese An- 
gaben in Bezug auf den Süd- und Westflügel haltlos sind, und 
dies veranlafst Haeutle, den Reiffenstuel als den eigentlichen 
Baumeister des Schlosses zu betrachten. "Peter Candid", meint 
er, "dem man bisher die Entwerfung der bezüglichen Bau-Pläne 
ziemlich, allgemein zuschrieb, mag immerhin grofsen Einflufs in 
der Sache geübt haben, Thatsache ist aber, dafs die Pläne zu 
dem Residenz-Neubau vom damaligen bayerischen Hofbau- 
meister Hanns Reiffenstuel herrühren". Noch weiter geht 
Seidel z), wenn er sagt, „Aus diesen urkundlich festgestellten 
Thatsachen ist als wichtig und erfreulich hervorzuheben, dafs 
vor Allem bei dem erwähnten Maximilianischen Residenzbaue 
und bei dessen Ausschmückung vorwiegend einheimische 
Künstler als Entwerfende und Ausführende thätig waren, dafs 
die Thätigkeit des Niederländers Peter Candid (Peter de Wite) 
eine Weit geringere war, als gewöhnlich angenommen Wird, 
1) Als Kuriosum mag noch erwähnt werden, dafs A. von Schaden in seiner 
"Neuesten humoristi5Ch-topographisch-statistischen Beschreibung der Haupt- und 
Residenzstadt München etc," 1833 sagt, der Plan der Residenz sei nach einem 
Grundrisse Vasaris gemacht. 
2) In der Einleitung zu dem Haeutleschen Texte.
        

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