Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1438338
Einleitung. 
den Jahres wurde das erste Religionsedikt erlassen, dem viele 
zum Opfer fielen, 1524 erfolgte das zweite, auf das hin Aventin 
das Land verlassen mufste und 1528 unter verschärften Be- 
dingungen das dritte Mandat, das den Übertritt bei {Todesstrafe 
verbot. Noch in demselben Jahre wurden 28 Wiedertäufer hin- 
gerichtet. Solche Mafsregeln mufsten notwendig die Entwick- 
lung des reformatorischen Geistes hemmen, wenn sie ihn auch 
nicht zu ertöten vermochten. Welche Lebenskraft er schon in 
Bayern gewonnen hatte, erhellt deutlich aus dem Umstande, 
dafs er in den freien Reichsstädten Nürnberg, Regensburg und 
Augsburg, über welche die Herzöge keine Macht hatten, nxäch- 
tig um sich griff und feste Wurzeln schlug. In Bayern offen- 
barte sich am deutlichsten, was Iohannes Voigt') von dem 
Iahrhundert überhaupt sagt, dafs der persönliche Gedanken- 
und Gemütskreis der Fürsten mehr denn je bestimmend auf 
die Geschicke der Völker eingewirkt habe. 
Vergebens ist das Bemühen des Herzogs, den Kleriker- 
stand moralisch zu bessern, erschreckend sind die Klagen, die 
in jenen Tagen über denselben laut wurden. D'a wandte er 
sich an den Papst Paul III. und erbat sich von diesem einige 
Mitglieder des soeben gegründeten Jesuitenordens 2), und schon 
1542 erschienen in Bayern zwei Jesuiten: Petrus Faber und 
Claudius jajus aus den Niederlanden, denen 1548 zwei andere 
folgten: Alphons Salmeron und Peter Canisius, die alle als 
Lehrer an der Hochschule von Ingolstadt angestellt Wurden. 
Durch die Jesuiten wurde der Katholizismus in Bayern er- 
halten und dadurch in Deutschland überhaupt. Sie erklärten, 
dal's ihr Zweck kein anderer sei, als die Urgestalt der Kirche 
in ihrer Reinheit und Unverfälschtheit, wiederherzustellen, und 
weil sie sich den Schein zu geben wufsten, dafs es ihnen damit 
ernst sei, wo es ihnen im Grunde doch nur um die Erhaltung 
des Papsttums zu thun war, so Wurden ihre Bemühungen, dem 
Fortschreiten der Reformation Einhalt zu thun, auch von dem 
I) Johannes Voigt, Fürstenleben und Fürstensitte im I6. Jahrhundert 1835, 
in Raumers historischer Zeitschrift, Band 6. 
2) Felix Lipowsky, Geschichte der Jesuiten in Bayern. München I8I6.  
Heinr. von Lang, Geschichte der Jesuiten in Baiern. München I8I9.
        

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