Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439768
Residenz. 
Die herzogliche 
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Isar und Inn dar. Auf den vorspringenden Ecken, von höheren 
Postamenten getragen, stehen als Vertreter der vier Elemente 
Neptun mit dem Delphin, Vulkan mit dem Feuerbrande, Iuno 
mit dem Pfau und Ceres mit den Ähren. Tritonen auf Wasser- 
tieren reitend und miteinander kämpfende Seeungeheuer ruhen 
mit niedrigen Basen auf den acht einspringenden Ecken. 
Rittershausen schreibt: „Der Meister dieser Bilder ist un- 
bekannt; dem Stil gemäfs sind sie nach der Zeichnung des 
Candid und von eben dem Bildgiefser geformt, Welcher das 
Grabmal Kaiser Ludwigs verfertiget hat", und diese Ansicht 
war auch lange Zeit die herrschendef) Dieselbe ist aber nur 
zum Teil richtig, denn nur die Statuen der vier Elemente er- 
weisen sich als Werke jener Meister, wie Reber, der den Ur- 
sprung der übrigen Figuren als unbekannt angiebt, hervorhebt. 
Ob ihm dabei bestimmte Nachrichten vorlagen, wissen wir nicht. 
Der Kunstcharakter der Werke, zumal der beiden weiblichen 
Gestalten, spricht entschieden dafür und auch die beiden männ- 
lichen Gestalten unterscheiden sich durchaus von den gelagerten 
Flufsgottheiten und der Statue Ottos, nur sind sie hinsichtlich 
der Kompositionviel weniger gut gelungen, als die beiden 
Weiblichen Figuren?) Gehörten sie nicht so eng mit diesen 
zusammen und deutete nicht die Ausführung auf ein und den- 
selben Meister, so würde man sie kaum für Werke des Candid 
halten. Dafs er auch den nackten männlichen Körper deko- 
rativ zu gestalten wufste, zeigen die vier Flufsgottheiten im 
Theatinergange der Residenz. 
Mit vorgestelltem rechten Fufse steht vor einem niedrigen 
Ambosse Vulkan und fafst mit der etwas nach hinten gehal- 
tenen Rechten einen auf jenem stehenden Hammer, während er 
in der vorgestreckten Linken einen Feuerbrand hält. Der Ober- 
körper ist ein wenig hintenüber geneigt, der Kopf scharf der 
linken Seite zugewandt. Um seine Hüften legt sich ein durch 
Riemenwerk zusammengehaltener leichter Schurz.  Ganz un- 
x) Lipowsky (1810), MarggraE (1846); Nagler, Künstlerlexikon (1851), Sig. 
hart (1862) u. a, m. 
z) Nagler (München 1883) schreibt nur diese beiden, ohne Candid als den 
entwerfenden Künstler zu betrachten, dem Krumper zu.
        

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