Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439758
150 
Zweiter Teil. 
gehören und entstanden vielleicht gleichzeitig mit diesen. Über 
das ganze Werk sind wir auffallend schlecht unterrichtet; in 
den verschiedenen Beschreibungen der Residenz wird es nur 
ganz beiläufig erwähnt. Selbst der sonst so ausführlich schil- 
dernde Hainhofer sagt nur bei Erwähnung des Brunnenhofes: 
"darein ein schöner grosser Röhrkasten mit bildern stehet". 
Wir wissen daher nicht, ob die Figuren schon ursprünglich 
die heutige Aufstellung hatten. Das im Iahre i68g er- 
neuertel) Becken, ein Rechteck mit vorspringenden Run- 
dungen, ist kräftig profiliert und ruht auf einem dreimal 
abgestuften Untersatze. Aus seiner Mitte steigt auf breitem 
quadratischen Unterbaue ein Pfeilerpostament empor, an dessen 
abgestumpften Ecken Voluten mit wasserspeienden Drachen 
und darüber ebenso funktionierende Wiclderköpfe vortreten, 
und dessen Seiten von dem bayerischen und dem lothringischen 
Wappen, über denen Engel Kronen halten, sowie den von Lor- 
ber und Palmen umgebenen Monogrammenz) des Maximilian 
und der Elisabeth geschmückt sind. Auf der weit ausladenden 
Gesimsplatte des Postamentes ruht ein niedriger, sich nach oben 
zu verjüngender Fufs, mit Delphinen und Masken verziert, die 
als Wasserspeier dienen. Auf demselben steht die Bronzestatue 
Ottos von Wittelsbach, der mit Panzer und Mantel angethan 
das Zepter in die linke Seite gestemmt und mit der Rechten 
das aufgestellte Schwert gefafst hat. 
Auf dem Brunnenrande befinden sich auf Postamenten 
sechzehn Bronzefiguren. Vier bärtige Männer, von denen zwei 
Fische halten, und die durch Urnen als Flufsgötter gekenn- 
zeichnet sind, schmücken, auf länglichen Sockeln gelagert, die 
vortretenden Rundungen und stellen die Flüsse Donau, Lech, 
I) Reber a. a. O. 
2) Die beiden Buchstaben AI und E, die oft getrennt, oft, wie hier zu einem 
Monogramme vereinigt vorkommen, dürfen nicht, wie Reber 65 des öfteren 
thut, als die Anfangsbuchstaben von Max Emanuel betrachtet werden, sondern 
deuten auf die Namen Maximilian und Elisabeth. Es geht dies nicht nur aus 
dem Stile der betreffenden WVerke, an denen sie angebracht sind, hervor, Sondefn 
auch aus dem Umstande, dal's sich gewöhnlich das lothringische NVappen dabei 
befindet, das Max Emanuel, der Gemahl der Marie Antonie, Tochter Karl II. 
von Spanien, nicht führte.
        

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