Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439741
Die herzogliche Residenz. 
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jüngling mit leichtem Flaum und weinumkränztem Haupte. 
Über seine linke Schulter fällt nach hinten ein leichter Mantel, 
der den wohlgebauten Körper nur wenig verhüllt.  In warmer 
Pelzschaube und -Kappe und mit Pelz verbrämten Stiefeln hat 
die bärtige Gestalt des Winters ihren rechten Fufs auf einen 
Holzstofs gestellt und zeigt mit der Linken nach oben, während 
die Rechte mit nach aufsen gekehrter innerer Handiiäche an- 
gezogen ist. 
Von der Herkunft der beiden aufser diesen in dem Garten 
des Nationalmuseums stehenden Bronzewerke, die laut Katalog- 
angabe wie jene von Candid und Krumper herrühren, von der 
Virtus und der Venus fand sich nirgends eine Andeutung. Die 
Venus, eine nackte Gestalt mit einem wasserspeienden Delphine 
im linken Arme und einem Herzen in der Rechten, wird kaum 
auf Candid zurückzuführen sein, denn ihre ganze Stellung wider- 
spricht seiner Kompositionsweise, hingegen reiht sich die Virtus 
seinen besten Werken an. Dieselbe ist eine kriegerische, jugend- 
liche, weibliche Gestalt mit langem, chitonartig gegürtetem Ge- 
wande, über das ein reich verzierter Schuppenpanzer gelegt ist. 
Ihr wild bewegtes Haar flattert frei herab, auf dem Kopfe trägt 
sie einen mächtigen Helm. Fest steht sie da, mit linkem Stand- 
und rechtem Spielbeine. Der Körper ist ein wenig auf die 
rechte Seite geneigt und die Schulter dort ein wenig zurück- 
genommen. Die nach unten gestreckte Rechte hält das Schwert, 
während die Linke, der der Kopf zugewandt ist, zum Schwur 
erhoben ist. (Der Schild ist eine spätere Zuthat.) Ein wunder- 
bares Leben durchströmt die ganze Gestalt, alle Pulse zucken, 
ihre ganze Stellung deutet auf Mut und Selbstverleugnung, aus 
ihren Zügen sprechen Kampfeslust und Siegesahnung. 
Bei Besprechung der unter Albrecht V. entstandenen An- 
lagen gedachten wir auch kurz des Wittelsbacher Brunnens im 
Brunnenhofe der Residenz, an dem im Jahre 1576 gearbeitet 
wurde. I) Derselbe hat in späterer Zeit eine Umwandlung er- 
fahren, denn nicht nur die Ornamente der Brunnensäule, son- 
dern auch einige der Bronzeiiguren deuten auf jene Kunst- 
richtung hin, der die soeben besprochenen Bronzewerke an- 
1) Vergl- 
oben 
Anmerkung 
und
        

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