Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439686
Residenz. 
Die herzogliche 
143 
Decken künstlich bemahlen, deren erstes in solchem Gemähl 
den Vogelfang, das zweyte die jägerey, das dritte die Fischerey 
vorstellet vnd das vierdte klein Zimmer diser Wohnung das 
Mittel oder gleichsamb ein Abtheilung gibt, das fünffte zeigt 
an der gemahlenen Decke die Abwart- vnd Einsalbung des Oel- 
Gewächs, das sechste den Weinbau vnd das letztere die Erndt." 
Auch diese Räume haben eine neue Ausstattung erhalten, 
doch haben sich die drei auf Leinwand gemalten Darstellungen 
des Vogelfangs, der Iägerei und der Fischerei erhalten und be- 
finden sich heut in der Schleifsheimer Gallerie. Die Kompo- 
sitionen sind ganz im Geiste Candids, doch verrät die etwas 
derbe Ausführung eine fremde Hand. Nach Haeutle malte 
Brüderl für die Residenz ein Weib mit der Fischerei und eines 
mit Oliven. Diesen Maler werdengvir noch mehrfach unter 
Candids Leitung beschäftigt finden. 
Den Vogelfang mit der Aufschrift: Ancupium stellt eine 
von einem Falkner begleitete kurzgewandete jägerin dar, auf 
deren linker Hand ein Falke ruht. Mit einem Hunde an der 
Leine kommt die ähnlich gekleidete Iägerin des jagdbildes, das 
die Aufschrift: Venatio trägt, einen Berg herauf; ihr folgt, erst 
halb sichtbar, ein junger jägersmann mit Wildstange und Jagd- 
hund. Ruhig, in kurzem Linnenkleide steht mit einem Netze 
in der Hand die Fischerei, zu der ein alter Fischer mit äufserst 
charakteristischen Zügen bittend emporblickt. Über der Dar- 
stellung steht die Inschrift: Piscatus. 
Den Beschlufs der in diese Periode fallenden Arbeiten in 
der Residenz bildete wahrscheinlich das kleine Verkündigungs- 
bild über dem Eingange der Reichen Kapelle, die, an der Ost- 
Seite der Hofkapelle liegend, laut Inschrift im Jahre 1607 ge- 
weiht wurde. In die prachtvolle, echt italienisch empfundene 
Thüreinfassung, in der roter Stuckmarmor mit Florentiner Mo- 
saikimitation Wechselt und deren Entwurf vielleicht auch von 
Candid herrührt'), eingelassen, zeigt das Bild links vor einem 
Betpulte die erstaunt vom Lesen aufsehende Maria, der von 
I) Unter den Zeichnungen der erwähnten Halmschen Sammlung befindet sich 
eine Portal-Verzierung, zu der Halm die Bemerkung macht: vermutlich von P. 
Candid für die hiesige Residenz entworfen.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.