Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439661
Die herzogliche Residenz. 
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Thüren der Kaiserzimmer hängen, werden in der Beschreibung 
NVerke aus der Schule Tizians genannt. Unseres Erachtens 
stammen sie von einem italienisierenden nordischen Künstler 
her, den wir jedoch nicht näher zu bestimmen vermögen. Die 
Beschreibung berichtet uns noch, dal's in dem Gange, der aus 
dem früheren ersten Audienzzimmer nach der Hofkapelle führt, 
ein Brustbild des heiligen Borromaeus von Candid hing (2' 37„" 
hoch, 1' 8" breit). 
Aufser den schon früher angegebenen Malereien im Anti- 
quarium, die von Ponzony und Thonauer an den Zwickeln, 
Stichkappen und F ensterlaibungen ausgeführt worden waren, 
befindet sich hier eine Reihe auf Holz gemalter Decken- 
bilder, die in ähnliche Rahmen eingelassen sind, wie sie 
die Decke der Grottenhalle zeigt. Sie stellen von Engeln 
umgebene und mit Attributen versehene weibliche allegorische 
Gestalten dar: den Gehorsam, die Enthaltsamkeit, die Ge- 
duld, die Milde, die Demut, die Lauterkeit, die Wahrheit, die 
Beständigkeit, den guten Ruf, die Standhaftigkeit, die Gerech- 
tigkeit, die Mäfsigkeit, die Weisheit, die Liebe, die Hoffnung 
und den Glauben und gelten in der Beschreibung als Arbei- 
ten Candids und Vivianis. Die stilistische Untersuchung ergab, 
dafs nur ein einziges der Bilder, die Mäfsigkeit, von Candid her- 
rührt, während die übrigen sich auf verschiedene Künstler ver- 
teilen, die vielleicht alle unter der Leitung des Viviani daran 
gearbeitet haben, denn Während sie sich alle durch den Mangel 
einer schönen, geschlossenen Komposition von dem Mäfsigkeits- 
bilde unterscheiden, weicht die Behandlung einzelner Teile, wie 
Köpfe, Hände, Gewänder, der Zeichnung der Putten, sowie auch 
die Farbengebung auf den einzelnen Darstellungen so sehr von 
einander ab, dafs auf keinen Fall die Ausführung auf einen 
Meister zurückzuführen ist. Einiges, wie die beiden Putten auf 
dem Bilde der Unschuld, sowie auch der Kopf derselben, ebenso 
der Kopf, der Beständigkeit ist so fein und zart gemalt und 
läfst alles übrige so weit hinter sich, dafs sehr wahrscheinlich auch 
hier Candid thätig gewesen ist. Die Mäfsigkeit gehört zu seinen 
schönsten dekorativen Gestalten und wird durch keine der sonst 
in der Residenz beiindlichen übertroffen. Sie sitzt in einem 
Oval in der Richtung der kleinen Achse in Vorderansicht und
        

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