Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439630
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Zweiter Teil. 
Schulter herabfallenden, sich über den rechten Oberarm legenden 
Mantel, dessen eines Ende über das etwas vorgebeugte rechte 
Spielbein hinweggehend sich über den linken Unterarm legt 
und durch seine energischen Falten den weichen Flufs der Ge- 
wandfalten in schönem Kontraste durchschneidet. Auf dem 
etwas dem Kinde zugeneigten Kopfe, von dem das Haar in 
schönen Wellenlinien herabfliefst, ruht eine mit einem Kreuze 
gezierte, mächtige Krone. 
Im Chore der Frauenkirche gerade hinter dem Hauptaltare, 
wo wahrscheinlich bis zum Jahre 1620 die Bronzegruppe aufge- 
stellt war, befindet sich die Altöttinger-Kapelle. Dieselbe hatte, 
wie Mayer sich ausdrückt, „in der Zeit der Kirchenentstellung 
eine ganz umschlossene Kapelle mit Aufsätzen, runden Ober- 
fenstern und allerlei Schnörkeleien erhalten." Eine der Petzl- 
schen Skizzen zeigt am Eingange der Kapelle ein hohes Portal 
mit einem mittleren Haupt- und zwei seitlichen Nebeneingängen, 
über denen sich rundliche Öffnungen beiinden. Darüber liegt 
ein mehrfach durchbrochener Dreiecksgiebel, auf dem Figuren 
gelagert sind. Da die Skizze nur ein ungefähres Bild giebt 
und wir sonst nirgends etwas über dieses Werk fanden, so 
sind wir nicht im stande, nähere Angaben über dasselbe zu 
machen. Möglich wäre es immerhin, dafs auch dabei Candid 
thätig gewesen ist, denn für ein Werk dieser Kapelle ist 
seine Urheberschaft gewifs. In derselben befand sich der 
jetzt in einer Nebenkapelle stehende Sarg des heiligen Arsa- 
cius mit der in Silber getriebenen Gestalt des Heiligen an der 
Vorderseite. Um dieses Hochrelief zu schützen, stellte man 
den Sarg in einen Kasten, der vorn durch zwei kupferne Thür- 
iiügel geschlossen war, und beauftragte Candid damit, diese 
zu bemalen. I) Er stellte auf denselben eine Zahl von Heiligen, 
links sechs männliche, rechts sechs weibliche dar. Die flotte, 
ungemein geschickte Zeichnung, der leichte, flüssige Farben- 
auftrag erinnern an die besten Werke Candids und veranlassen 
uns, das ÄVerk ebenfalls in die Zeit zu setzen, in der der 
Bennobogen entstand. Die Tafeln befinden sich heut am Sarge 
Aretin, 
I) Rittershausen, 
Äfayer
        

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