Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439610
136 
Zweiter Teil. 
und das schon 1605 nach der Zeichnung des Peter Candit von 
Gips gegossene überaus künstliche, von eben diesem Candit 
mit den lieblichsten Malereien verherrlichte Gewölb, das, wie 
man mir sagte, von dem scheufslichen Zeitgeiste, von dem Geiste 
ohne Überlegung, ohne Geschmack und Schönheitsgefühl, bereits 
in Anspruch genommen und der leidigen Gefahr, versetzt zu 
werden, nahe gebracht wurde." 
Einzelne Teile des Bogens, auf Holz gemalte Dekorations- 
stücke, befinden sich jetzt als Decken- und Thürschmuck in 
zwei Sälen des bayerischen Nationalmuseums in München. Unter 
diesen sind von besonderem Reize eine Reihe rein dekorativ 
behandelter Cherubim und zwei Lampen haltende Engels- 
gestalten, die wohl der Meister selbst schuf, während das übrige 
als Gesellenarbeit zu betrachten ist.  
Die in der Maillinger-Sammlung in München befindliche 
Handzeichnung zu dem Altare des heiligen Benno, die dort als 
Candid gilt, gehört ihrem ganzen Stilcharakter nach einer spä- 
teren Zeit an. Solche Rokokoformen waren dem Candid fremd. 
Mit diesen Arbeiten hängt wahrscheinlich auch die Ent- 
fernung des berühmten Anglerschen Altaresx) zusammen, der 
nicht erst durch den mächtigen Altar, den Maximilian I. im 
jahre 1620 errichten liefs, verdrängt wurde, sondern, wie wir 
mit Bestimmtheit anzugeben vermögen, schon im Jahre 1613 
entfernt war. Mayer machte zuerst darauf aufmerksam, indem 
er auf eine Zeichnung in dem angeführten Zimmermannschen 
Werke hinwies, auf der an Stelle des früheren, schönen gotischen 
Altarwerkes ein kleiner unansehnlicher Altar angegeben ist, auf 
dem eine Maria mit dem Kinde steht. Die Identität dieser 
Gruppe mit der jetzt auf der Säule des Marienplatzes stehenden 
Bronzegruppe wurde durch die allgemeine Übereinstimmung 
wahrscheinlich, durch eine dazukommende Kalendernotizz) vom 
Jahre 1678 jedoch gewifs gemacht, denn hier heifst es in einer 
Beschreibung der Mariensäule unter „]ulius": „Mariae Bildnusz, 
so vor disem in dem Hochaltar desz Chorstiffts gestanden, sehr 
reichlich vergoltet." 
 Im Jahre 1434 erichtet. Gabriel Angler erhielt dafür 2275 fl. 
z) Michael XVening, New vnd Alter des Vralt-berühmten Churherzogthums 
Baym heiliger Kirchen vnd Clöster Historien Calender etc. Jahrgang 1678.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.