Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439600
Münchens. 
der Frauenkirche 
in 
'I'hiitigkeit 
135 
den Lebenden. Da überdies Candid die malerische Aus- 
schmückung versah, so wird unter diesen Umständen kaum an 
der Annahme, dal's er auch den Entwurf des Ganzen schuf, zu 
zweifeln sein. 
Mit der baulichen Leitung war wohl Krumper betraut, 
wenigstens hatte er an derselben einen Wesentlichen Anteil, 
denn als das Kapitel sich im ]ahre 1604 wegen der Lässigkeit 
der Arbeiter beklagte, schreibt Wilhelm V. demselben unter 
anderem „wie vns dan nit zuwider sein solle vnsern sohn dahin 
zu uermögen, das er euch yemand zueordnen solle (dieueil wir 
niemands haben) der bey allen sachen neben euch das Werckh 
dirigirn vnd zuesechen helffe, hallten gleichwol darfür, weil 
alles angedingt ist, es solle dessen nit vil bederffen, wie Ir von 
dem Krumpper weiter versteen müget". Dieser versah auch 
das Werk mit statuarischem Bronzeschmuck, der sich heut im 
Besitze verschiedener Privatleute befindet. Von Werl Wissen 
wir nur, dafs er für den Bennobogen das Porträt des heiligen 
Benno zu malen hattef) 
Das Werk mufs von wundervoller Pracht und eine wahre 
Zierde der Kirche gewesen sein, alle die es kannten rühmen 
es wegen seiner Anmut und Leichtigkeit, und selbst Mayer, der 
es in seiner Beschreibung ein „unsinniges Gipsgebilde" nennt, 
kann nicht umhin zu sagen: „Es ist unrecht, wenn Menschen 
den Bogen als total geschmacklos verwerfen. Er hatte in seinen 
Einzelheiten wirklich manches Schöne, trug das Gepräge einer 
noblen Eleganz und freundlichen Leichtigkeit." Ganz besonders 
rühmt es der berühmte Historiker Lorenz Westenriederz), nach 
dem das Werk „vornehmlich aus den weisen Absichten errichtet 
worden ist, der ungeheuren Länge der Kirche die Einförmig- 
keit zu benehmen und dem Chor ein altes ehrwürdiges Ansehen 
zu geben. Schon im Jahre 1824 spricht er in seinen "Hundert 
Sonderbarkeiten oder das neue München im Jahre 1850" die 
Ahnung aus, die sich leider nachher bestätigte. „In der Kirche", 
sagt er, "fand ich noch das von dem Churfürsten Maximilian I. 
im jahre 1622 auf dem Chore errichtete kaiserliche Denkmal 
vom 
I) Brief des Kapitels 
2) München 1782. 
April 
1604.
        

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