Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439537
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Teil. 
Zweiter 
FIL. COMES IN WITELSPAC-FVNDATOR UONASTERII 
SCHIREN. 
 Auf dem anderen Bilde sehen wir Arnulf in voller Rüstung 
sitzen; in seinen Zügen sprechen sich Energie und Kriegslust 
aus. Links stehen sein Helm und das bayerische Wappen. 
Rechts steht: ARNVLPHVS LVITBALDI FILIVS BAVA- 
RIAE DVX. 
Grabsteine mit Bildnissen bayerischer Fürsten fanden sich 
nicht in dem Kloster und sollen sich auch nicht, wie man uns 
dort versicherte, vor der Restauration der Kirche, bei der eine 
gröfsere Zahl älterer Seitenkapellen weichen mufste, dort be- 
funden haben. Wir möchten daher glauben, dafs sich der Auf- 
trag nur auf die in der dortigen Fürstenkapelle beiindlichen 
Darstellungen bezog. In dieser Kapelle, Welche die Gebeine 
der Fürsten von Scheyern birgt, befindet sich eine Reihe von 
Holztafeln') mit einzelnen Scenen aus dem Leben bayerischer 
Fürsten. Diese Darstellungen waren ursprünglich al fresco 
auf die Wand gemalt, wurden dann, wie aus einer Inschrift 
hervorgeht, auf Veranlassung Maximilians im Iahre 1623 auf 
Holz kopiert und an Stelle der alten angebracht. 
Aufser diesen historischen Darstellungen befand sich in 
dieser Kapelle noch eine Reihe von Fürstenporträten, die jetzt 
verschwunden sind. Es ergiebt sich dies aus einer kleinen 
Pergamentmalerei, welche das Innere der Fürstenkapelle dar- 
stellt und in einem kleinen Kapellenraume des Klosters hängt. 
An zwei Pfeilern sehen wir hier im ganzen achtzehn Bildnisse 
in ovaler Umrahmung. 
Im Iahre 1602 fand in München die Einweihung des Kapu- 
zinerklosters statt, in dem sich bis zu seiner Säkularisation im 
Jahre 1802 zwei Gemälde des Candid befanden. Über das eine 
derselben, eine heilige Familie 2), die sich in der Krypta der 
I) Sighart a. a. O. macht die merkwürdige Angabe, die Tafeln seien viel- 
leicht nach Candids Entwürfen ausgeführt. 
z) Dazu eine Handzeichnung (Kreide mit aufgehöhtem Weil's) im Kgl. 
Kupferstich- und Handzeichnungskabinet in München.  Stiche: a. von Fridrich 
mit der Unterschrift: Wahre Abbildung des WVunder-thätigen Mutter Gottes Bildes, 
das in der Grufft der P. P. Capuciner zu München mit Sonderbarer Andacht 
verehrt wird. Petrus Candit pinxit. I. Palater Steiner deli 1711. Iac. Andr.
        

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