Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439501
III, 
Candid als Tafelmaler. 
Der Augustusbrunnen in 
Augsburg- 
125 
der 9 kirchen zue Rom iede wenigst ain bar büchsenschuss von 
der andern, alle inn Holtz", und giebt dann die verschiedenen 
Kunstwerke an, die sich in den Klausen befanden, ohne jedoch 
die Künstler zu nennen. In der ersten Kapelle, die der Maria 
geweiht war, befanden sich ihr Bildnis und die Epiphanie, die 
zweite enthielt ein Bild des heil. Corbinian, die dritte das der 
heiligen Margaretha, in der vierten sah man Franziskus den 
Vögeln predigend und in der fünften das Bild des heil. Igna- 
tius. In dem an diese Kapelle stofsenden Garten war ein 
Olberg mit Christus und den beiden Schächern aus Bronze. 
Vielleicht ist diese Gruppe mit der im Jahre 1590 in den Hof- 
zahlamtsrechnungen erwähnten, von Hubert Gerhard gefertigten 
identisch. In der sechsten Kapelle war ein Bild des heil. Rev 
natus und ein zweites, das diesen mit dem heil. Augustinus 
zusammen darstellte. Die siebente Kapelle enthielt zwei Bilder 
des heil. Nicolaus und in der achten, der Jacobskapelle, befand 
sich ein dreiteiliger Altar mit dem heil. Benno, Christus als 
Gärtner mit Maria Magdalena und Maria mit dem heil. Jacob. 
Aufser dem Wilhelmsbilde befanden sich in der neunten Ka- 
pelle ein Marienbild und ein Michaelsbild.  
In einem Inventare der in Schleifsheim beiindlichen Ge- 
mälde vom Jahre 1802 heifst es unter Nr. 2789 „Peter de Witte. 
Maria mit dem Jesuskind in ein himmlischen Glorie. Leb. gr. 
ganze Figur Leinw. 6' 8" hoch 4' breit. Aus der Frauen-Klause 
zu Schleifsheim." Wohin das Bild sowie die übrigen Klausen- 
bilder gekommen sind, ist unbekannt. Für zwei derselben wäre 
die Urheberschaft des Candid gesichert, doch glauben wir, dafs 
seine Thätigkeit in dieser Reihe eine viel bedeutendere ge- 
Wesen ist, indem wir eine Bemerkung, die fast alle Biographen 
Candids, ältere wie neuere, machen, nämlich dal's dieser die 
Zeichnungen zu den Einsiedlern, welche die Sadeler stachen, 
gemacht habe, für eine Verwechslung mit den hier ausgeführten 
Arbeiten halten. Jene Angabe findet sich zuerst bei Sandrart, 
und wahrscheinlich nach diesem macht sie de Piles'), der nur 
mit wenigen Worten auf Candid eingehend sagt: "und eben 
I) De Piles, Historie und Leben der berühmten Europ. Mahler so sich 
ihre Kunst-Stücke bekand gemacht etc. Hamburg 1710. 
du: ch
        

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