Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439467
III. 
Candid als Tafelmaler. 
Der Augustusbrunnen in Augsburg. 
IZI 
Farbe gelangte. Die Nachahmung des Schwarz, dessen Bei- 
spiel ihm sicherlich seinen Mangel am stärksten fühlbar ge- 
macht hatte, konnte das nicht bewirken, dazu bedurfte es eines 
fleifsigen Studiums der Natur. Wir haben keine Skizzen zu 
dem Freisinger Bilde, die uns für unsere Annahme, dafs er zu 
demselben die Natur zu Rate gezogen habe, einen unmittel- 
baren Beweis an die Hand gäben, aber verschiedene Teile des 
Bildes, wie die charakteristischen, höchst lebendigen Köpfe des 
Ioseph und der Elisabeth, die markigen Hände des ersteren, 
die zartschimmernde, weich sich in ein Tuchballen pressende 
Hand der einen Begleiterin der Maria, die Gewandung der Elisa- 
beth u. a. m. sprechen zu sehr dafür, als dafs es noch äufserer Be- 
weismomente bedürfte. Dafür dafs Candid überhaupt N aturstudien 
machte und viele Skizzen anfertigte, ehe er eine Komposition 
gelten liefs, fehlt es nicht an interessanten Belägen, und wir 
werden im Verlaufe der Darstellung auf dieselben hinzuweisen 
haben. An dieser Stelle mag nur einer zu einer dekorativen 
Deckenfigur der Münchener Residenz gefertigten Handzeichnung 
gedacht werden, auf der sich aufser der Dijudicatio, einer bär- 
tigen Mannesgestalt mit Mefsinstrumenten, dreimal die linke 
Hand derselben mit kleinen Varianten und in vergröfsertem 
Mafsstabe beiindet, und auf deren Rückseite dieselbe Hand ein- 
mal mit einer Wage, wie sie die Ausführung zeigt, und dann 
auf einen Stab gestützt dargestellt ist. Ferner finden wir hier 
noch einmal die rechte Hand mit verschiedenem Gerät, davon 
den Zirkel besonders gezeichnet und schliefslich mehrere Einzel- 
studien zu der Wage, alles wundervoll korrekt in kräftigen 
Strichen angegeben. Eine Aktstudie Candids, ein nackter 
sitzender Mann auf Leinwand gemalt 3' hoch 2' 372" breit be- 
fand sich nach Halm I) in der Münchener Gemälde-Gallerie. 
Der untere Teil des Heimsuchungsbildes ist leider durch 
einen davorgestellten Reliquienschein verdeckt, so dal's wir nicht 
anzugeben vermögen, 0b das Bild bezeichnet ist. Als am I. Juni 
1648 Freising von den Schweden und Franzosen eingenommen 
wurde, soll nach Naglerz) das Bild mitgenommen und erst später 
wieder zurückgebracht worden sein. 
1) Materialien, 
2) Künstlerlexikon.
        

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